Rolle im Stück:
1. Vorhersage des Untergangs :Teiresias dient als Sprachrohr der Götter. Als Kreon sich weigert, Polyneikes zu begraben, und sich den göttlichen Gesetzen widersetzt, besucht Teiresias Kreon und sagt voraus, dass die Stadt Theben göttliche Strafe erleiden wird, wenn die Handlungen des Königs nicht korrigiert werden.
2. Warnung an Kreon :Teiresias warnt Kreon, dass sein Ungehorsam gegenüber den Göttern Unheil über ihn und seine Familie bringen wird. Er fordert ihn auf, seine Entscheidung zu überdenken und Polyneikes gemäß den ordnungsgemäßen Bestattungsriten zu begraben.
3. Kreons anfängliche Ablehnung :Kreon weist die Prophezeiungen von Teiresias zunächst zurück und beschuldigt ihn, ein Betrüger und Teil einer Verschwörung gegen ihn zu sein. Sein Stolz und seine Sturheit hindern ihn daran, auf den weisen Rat des Propheten zu hören.
4. Erfüllung der Prophezeiung :Im Verlauf des Stücks beginnen sich die schlimmen Folgen von Kreons Handeln zu entfalten. Sein Sohn Haemon begeht Selbstmord, und seine Frau Eurydike folgt ihm voller Trauer. Teiresias‘ Vorhersage wird wahr und Kreon muss sich den Konsequenzen seiner Arroganz stellen.
5. Schuldbewusstsein :Am Ende des Stücks erlebt Kreon einen Moment der Selbsterkenntnis und erkennt, dass seine Taten die tragischen Ereignisse herbeigeführt haben. Er trauert um den Tod seiner Lieben und erkennt seine Verantwortung für deren Schicksale an.
Die Rolle von Teiresias in dem Stück dient dazu, die Bedeutung der Achtung der göttlichen Gesetze und der Einhaltung moralischer Grundsätze hervorzuheben. Er unterstreicht die Folgen von Hybris und die Sinnlosigkeit, sich dem Willen der Götter zu widersetzen. Seine Anwesenheit verstärkt das Thema Schicksal und die tragische Natur der menschlichen Existenz, während er die Ereignisse enthüllt, die zum Untergang Kreons und zum Leid der Menschen in Theben führten.