1. Der Irrtum starrer puritanischer Überzeugungen :Die Geschichte beleuchtet die strengen religiösen Überzeugungen und Praktiken der puritanischen Gemeinschaft, in der Goodman Brown lebt. Hawthorne weist darauf hin, dass solch ein starres Festhalten an religiösen Lehren zu einer verzerrten Wahrnehmung der Realität und einem Verlust des wahren Wesens des Glaubens führen kann. Goodman Browns Erlebnis im Wald, wo er dem Teufel begegnet und Zeuge einer angeblichen Hexenversammlung wird, stellt sein Verständnis von Gut und Böse in Frage und lässt Zweifel an der absoluten Autorität religiöser Dogmen aufkommen.
2. Religiöse Orthodoxie in Frage stellen :Hawthorne wirft Fragen zum traditionellen puritanischen Glauben an die Prädestination und die inhärente menschliche Verderbtheit auf. Goodman Browns Reise symbolisiert eine spirituelle Krise, da er sich mit der Möglichkeit auseinandersetzt, dass diejenigen, die er für fromm und tugendhaft hält, einschließlich seiner Frau Faith, ebenfalls zur Sünde fähig sein könnten. Hawthornes Darstellung religiöser Persönlichkeiten wie des Pfarrers und Diakons Gookin in einem mehrdeutigen Licht legt nahe, dass sogar die Säulen der Gesellschaft fehlerhaft und der Versuchung ausgesetzt sein können.
3. Erforschung der individuellen Verantwortung :Die Geschichte betont die Rolle des individuellen Gewissens und der moralischen Entscheidungen. Goodman Browns Begegnungen im Wald veranlassen ihn, seine eigene moralische Stellung in Frage zu stellen und sich seinen verborgenen Wünschen zu stellen. Hawthorne schlägt vor, dass echter Glaube auf persönlicher Selbstbeobachtung, ethischem Verhalten und einem mitfühlenden Verständnis der menschlichen Natur basieren sollte, anstatt sich ausschließlich auf äußere religiöse Rituale und Konformität zu verlassen.
4. Verlust der Unschuld :Hawthorne erforscht den Verlust der Unschuld und die Korruption der menschlichen Seele. Goodman Browns Reise markiert seinen Übergang von einem naiven und idealistischen jungen Mann zu einem desillusionierten und von Schuldgefühlen geplagten Erwachsenen. Seine Begegnung mit der dunklen Seite der menschlichen Natur und die Offenbarung, dass selbst angesehene Mitglieder der Gemeinschaft in fragwürdige Aktivitäten verwickelt sein können, erschüttern seine simple Weltanschauung und erschüttern seinen Glauben an die absolute Güte der Menschheit.
Insgesamt ist Hawthornes Kommentar zum religiösen Glauben in „Young Goodman Brown“ vielfältig und offen für Interpretationen. Er stellt die Starrheit puritanischer Überzeugungen in Frage, hinterfragt das Konzept der inhärenten menschlichen Verderbtheit, betont die individuelle Verantwortung und erforscht die komplexe Natur des Glaubens und moralischer Entscheidungen. Anhand der Erfahrungen von Goodman Brown lädt Hawthorne die Leser ein, über die Komplexität der menschlichen Natur und die Rolle des Glaubens angesichts von Versuchung und Zweifel nachzudenken.