Charakterentwicklung und Hintergrundgeschichte:
* Regans Charakter: Im Roman ist Regan eine komplexere und unruhigere Figur. Ihre Persönlichkeit wird als unberechenbarer und instabiler beschrieben, mit einer Vorgeschichte psychischer Probleme. Der Film vereinfacht ihre Figur und porträtiert sie als typisches, scheinbar unschuldiges junges Mädchen vor der Besessenheit.
* Pater Damien Karras: Im Roman ist Pater Karras ein introspektiverer und konfliktreicherer Charakter mit einer tieferen Hintergrundgeschichte. Seine persönlichen Kämpfe und die Gründe für seine Entscheidung, Priester zu werden, werden ausführlicher untersucht. Der Film vereinfacht seinen Charakter und konzentriert sich hauptsächlich auf seinen Kampf mit dem Glauben und der Besessenheit.
* Pater Lankester Merrin: Im Roman werden Pater Merrins Hintergrundgeschichte und sein Fachwissen in Dämonologie ausführlicher dargestellt, was zu einem besseren Verständnis seines Charakters führt. Im Film wird seine Figur eher stoisch und geheimnisvoll dargestellt.
Die Besessenheit und der Exorzismus:
* Die Natur des Besitzes: Der Roman bietet eine differenziertere und psychologisch komplexere Sicht auf die Besessenheit. Regans Verhalten ist vielfältiger und umfasst nicht nur körperliche Gewalt, sondern auch übersinnliche Fähigkeiten und ein tiefes Verständnis des Bösen. Der Film konzentriert sich hauptsächlich auf physische Manifestationen der dämonischen Kraft.
* Der Exorzismus: Der Roman beschreibt den Exorzismus detaillierter und mit mehr psychologischer Tiefe. Die Rituale und Gebete sind komplexer und der Kampf zwischen Pater Karras und dem Dämon wird als eher innerer Kampf dargestellt. Der Film ist zwar dramatisch, konzentriert sich jedoch auf eher visuelle und viszerale Aspekte des Exorzismus.
* Das Ende: Das Ende des Romans ist düsterer und mehrdeutiger als das des Films. Der Tod von Pater Karras ist brutaler und die letzte Szene deutet darauf hin, dass der Dämon möglicherweise noch auf der Welt präsent ist. Das Ende des Films ist zwar tragisch, vermittelt aber ein Gefühl des Abschlusses.
Andere Unterschiede:
* Die Einstellung: Der Roman spielt in Georgetown, Washington, D.C., während der Film hauptsächlich in den nahegelegenen Vororten von Maryland gedreht wird.
* Der Ton: Der Roman ist eher literarisch und philosophisch angelegt und beschäftigt sich mit Themen wie Glaube, Zweifel und der Natur des Bösen. Während der Film diese Themen untersucht, tendiert er eher zu Horror und Spannung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Roman „Der Exorzist“ eine komplexere und differenziertere Erkundung der Themen und Charaktere der Geschichte bietet, während der Film den Horror und die visuellen Aspekte der Besessenheit und des Exorzismus betont. Beide Versionen der Geschichte haben zum ikonischen Status von „Der Exorzist“ als Meilenstein im Horror-Genre beigetragen.