In „Tintern Abbey“ reflektiert Wordsworth den Einfluss der Natur auf seine Gedanken und Gefühle. Er geht der Idee nach, dass der erneute Besuch einer vertrauten Landschaft nach längerer Zeit starke Erinnerungen und Einsichten hervorrufen kann. Das Gedicht fängt seine persönlichen Erfahrungen und Reflexionen ein, geht aber auch über das Individuum hinaus, um universelle menschliche Emotionen und die Betrachtung der größeren philosophischen Fragen der Existenz zu berühren.
Wordsworth erforscht die Vorstellung von der „Präsenz“ der Natur und wie sie Trost und Inspiration spenden kann. Er denkt auch über die Beziehung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nach und weist darauf hin, dass der menschliche Geist die Fähigkeit besitzt, die Zeit zu überwinden und Verbindungen zwischen verschiedenen Momenten im Leben zu finden.
Das Gedicht untersucht weiter das Konzept der „in Ruhe gesammelten Emotionen“, das darauf hindeutet, dass in der Vergangenheit erlebte Emotionen in einem ruhigen Zustand in Erinnerung gerufen und erneut erlebt werden können, was ein tieferes Verständnis und Nachdenken ermöglicht.
„Tintern Abbey“ berührt auch Themen wie Sterblichkeit, die menschliche Verfassung und die Suche nach dem Sinn des Lebens. Wordsworth denkt über die Flüchtigkeit der Zeit und die Unvermeidlichkeit des Todes nach und er überlegt, wie Erinnerungen und Erfahrungen angesichts der Sterblichkeit ein Gefühl von Kontinuität und Verbundenheit vermitteln können.
Im Wesentlichen ist „Tintern Abbey“ eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit philosophischen Ideen, die sich mit der menschlichen Beziehung zu Natur, Zeit, Erinnerung und Existenz befassen. Es geht über die bloße Beschreibung eines malerischen Ortes hinaus und taucht in den Bereich der philosophischen Selbstbeobachtung und Meditation ein.