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Ist Emily in Rose für ihren eigenen Untergang verantwortlich oder sind es andere?

In William Faulkners „Eine Rose für Emily“ ist die Frage, ob Emily Griersons Untergang ihre eigene Verantwortung oder das Verschulden anderer trägt, komplex. Es gibt keine einfache Antwort, da beide Faktoren zu ihrem tragischen Ende beitragen.

Emilys Verantwortung:

* Isolation und Verleugnung: Emily entscheidet sich dafür, in der Vergangenheit zu leben, klammert sich an die Erinnerung an ihren verstorbenen Vater und weigert sich, die sich verändernden Zeiten zu akzeptieren. Sie isoliert sich von der Gemeinschaft und vermeidet sinnvolle Beziehungen, was zu einer verzerrten Sicht auf die Realität führt.

* Obsessive Liebe: Ihre an Besessenheit grenzende Liebe zu Homer Barron führt letztendlich zu seinem Tod. Ihre Weigerung, loszulassen und seine Ablehnung zu akzeptieren, führt zu ihrem verzweifelten Handeln.

* Mangelndes Selbstbewusstsein: Emily mangelt es an Selbstbewusstsein und an der Fähigkeit, ihre eigenen Beweggründe und die Auswirkungen ihrer Handlungen zu verstehen. Dies hindert sie daran, Hilfe zu suchen oder ihr Verhalten zu ändern.

Verantwortung anderer:

* Die Behandlung der Stadt: Obwohl die Stadtbewohner zunächst mitfühlend waren, reagierten sie später urteilend und ablehnend gegenüber Emilys Exzentrizitäten. Ihr Klatsch und mangelnde Unterstützung tragen zu ihrer sozialen Isolation bei.

* Homers Ablehnung: Homer Barrons Ablehnung verletzt Emily zutiefst und schürt ihr zwanghaftes Verlangen, ihn zu besitzen.

* Die patriarchalische Gesellschaft: Der Schauplatz der Geschichte im amerikanischen Süden des frühen 20. Jahrhunderts, wo von Frauen erwartet wird, dass sie sich unterwürfig und von Männern abhängig verhalten, trägt zusätzlich zu Emilys Isolation und mangelnder Entscheidungsfreiheit bei.

Letztendlich ist Emilys Untergang ein Produkt sowohl ihrer eigenen Entscheidungen als auch der sie umgebenden Umstände. Sie ist gefangen in ihrer Vergangenheit, ihrer Trauer und den Einschränkungen ihrer Gesellschaft. Während sie die Verantwortung für ihr Handeln trägt, spielen auch die Gleichgültigkeit der Stadt und die patriarchalischen Normen ihrer Zeit eine wichtige Rolle bei der Gestaltung ihres tragischen Schicksals.

Es ist wichtig zu beachten, dass „Eine Rose für Emily“ offen für Interpretationen ist. Die Leser können sich auf verschiedene Aspekte der Geschichte konzentrieren und ihre eigenen Schlussfolgerungen darüber ziehen, inwieweit Emily und andere für ihren Untergang verantwortlich sind. Diese Komplexität macht die Geschichte nachhaltig und regt zum Nachdenken an.

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