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Welche Gesetze galten dort, wo Shakespeare lebte?

Zu Shakespeares Zeiten (1564–1616) wurde England von einem komplexen Rechtssystem regiert, das sich über Jahrhunderte entwickelt hatte und auf verschiedenen Quellen basierte, darunter Gewohnheitsrecht, Gesetzesrecht und königliche Vorrechte. Hier sind einige Schlüsselaspekte der Gesetze zu Shakespeares Zeiten:

Gewohnheitsrecht:

Das Gewohnheitsrecht war ein wesentlicher Teil des Rechtssystems und wurde im Laufe der Zeit durch Gerichtsentscheidungen und Präzedenzfälle entwickelt. Richter spielten eine entscheidende Rolle bei der Auslegung und Anwendung der Grundsätze des Common Law zur Beilegung von Streitigkeiten.

Gesetzgebung:

Das Parlament erließ Gesetze, indem es vom House of Commons, dem House of Lords, verabschiedet wurde und die königliche Zustimmung erhielt. Gesetze führten neue Regeln ein und präzisierten oder änderten bestehende Gesetze. Zu den wichtigen Gesetzen zu Shakespeares Zeiten gehörten der Treason Act von 1351, der hochverräterische Straftaten definierte, und der Vagrancy Act von 1597, der sich mit Fragen im Zusammenhang mit Betteln und Obdachlosigkeit befasste.

Königliches Vorrecht:

Der Monarch verfügte über bedeutende Befugnisse, die als königliche Vorrechte bekannt sind. Zu diesen Befugnissen gehörte die Fähigkeit, Verträge abzuschließen, Krieg oder Frieden zu erklären, Gerechtigkeit zu üben, Begnadigungen zu gewähren und Steuern zu erheben, ohne die Zustimmung des Parlaments einzuholen. Allerdings begannen sich zu Shakespeares Zeiten Einschränkungen der königlichen Vorrechte zu zeigen, insbesondere durch parlamentarische Anfechtungen der absoluten Autorität der Krone.

Strafrecht:

Verbrechen wurden größtenteils entweder als Verbrechen oder als Vergehen eingestuft. Verbrechen waren schwere Straftaten, die oft mit der Todesstrafe geahndet wurden, und umfassten Taten wie Mord, Verrat, Raub und Brandstiftung. Vergehen waren geringere Straftaten und wurden mit geringeren Strafen wie Geldstrafen oder Freiheitsstrafen geahndet.

Eigentumsrecht:

Landbesitz und Erbschaft spielten in der Gesellschaft eine bedeutende Rolle. Die Landgesetze waren komplex und legten fest, wie Eigentum besaß, übertragen und vererbt wurde. Auch Eigentumsstreitigkeiten wurden häufig vor Gericht verhandelt.

Schulden und Insolvenz:

Gesetze regelten das Inkasso und die Insolvenz. Schuldnern, die ihre Schulden nicht zurückzahlen, droht eine Gefängnisstrafe oder die Beschlagnahmung ihres Vermögens. In Schuldnergefängnissen wurden Menschen festgehalten, die ihre Schulden nicht zurückzahlen konnten.

Religiöse Gesetze:

Die Religion war streng reglementiert und England nahm zu Shakespeares Zeiten das protestantische Christentum an. Gesetze wie der Act of Supremacy von 1534 bestätigten die Autorität des Monarchen über kirchliche Angelegenheiten. Religiöse Konformität wurde durchgesetzt und Katholiken und andere religiöse Minderheiten waren mit Verfolgung und rechtlichen Beschränkungen konfrontiert.

Prozedurverfahren:

In Strafprozessen wurde in der Regel ein Geschworenensystem eingesetzt, und unter bestimmten Umständen wurde immer noch ein Kampfverfahren praktiziert. Eine rechtliche Vertretung war erlaubt, aber oft eingeschränkt, und es gab Unterschiede beim Zugang zur Justiz je nach sozialem Status.

Gerichte:

Für Rechtsangelegenheiten waren verschiedene Gerichte mit unterschiedlicher Zuständigkeit zuständig. Dazu gehörten örtliche Gerichte wie die Friedensgerichte (JPs), regionale Gerichte wie die Schwurgerichte und höhere Gerichte wie der Court of King's Bench, der Court of Common Pleas und der Court of Exchequer.

Dieser kurze Überblick bietet einen Einblick in die vielfältigen und oft komplexen Gesetze, die das tägliche Leben zu Shakespeares Zeiten prägten. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass sich das Rechtssystem ständig weiterentwickelt und dass bestimmte Umstände und Ausnahmen Einfluss darauf haben können, wie die Gesetze in einem bestimmten Fall angewendet werden.

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