Der Traum:
Im Jahr 1797 schlief Coleridge ein, während er einen Reisebericht des englischen Reisenden Samuel Purchas las, insbesondere den Abschnitt, in dem die Gärten und der Palast des mongolischen Herrschers Kublai Khan beschrieben wurden. In einem tiefen Opiumschlaf hatte er einen lebhaften und anhaltenden Traum, der etwa drei Stunden dauerte.
Der Opiumeinfluss:
Coleridges Traum war stark von der Wirkung von Opium beeinflusst, das er medizinisch zur Behandlung neuralgischer Schmerzen einsetzte. Es heißt, er habe vor dem Schlafengehen ein Körnchen Opium eingenommen, was zu diesem außergewöhnlichen Traumerlebnis geführt habe.
Die inspirierte Vision:
Während seines Traums stellte sich Coleridge die magische und außergewöhnliche Landschaft vor, die im Reisebericht beschrieben wird. Er sah einen wunderschönen Palast, opulente Vergnügungsdome und einen rauschenden und heiligen Fluss. Der gesamte Traum war eine harmonische Mischung aus Natur und architektonischer Großartigkeit, die ein atemberaubendes mentales Bild schuf.
Das Fragment:
Als Coleridge aufwachte, verspürte er sofort einen starken kreativen Impuls und begann, das Gedicht aufzuschreiben, während die lebendigen Bilder des Traums noch in seinem Kopf waren. Er schrieb fast eine Stunde lang und hielt so viel wie möglich von der Traumerfahrung fest. Leider blieb das Gedicht unvollständig, da Coleridge von einem plötzlichen Besucher – einer Person aus Porlock – unterbrochen wurde und die Inspiration und die Bilder des Traums verloren gingen, bevor er ihn fertigstellen konnte.
Das resultierende Gedicht:
Coleridge veröffentlichte das Gedicht schließlich als „Fragment“ und räumte ein, dass es nur einen Teil der ursprünglichen Vision darstellte, die er in seinem Traum erlebte. Obwohl das Gedicht unvollständig war und ihm die ursprünglich beabsichtigte ausgefeilte Struktur fehlte, wurde es zu einem gefeierten Werk der englischen Romantikliteratur, berühmt für seine lebendigen Bilder, seine musikalische Sprache und seine traumhafte Qualität.
Die Inspiration für „Kubla Khan“ kann also Coleridges Opium-beeinflusstem Traum zugeschrieben werden, in dem die Beschreibung von Kublai Khans Gärten aus Purchas‘ Reisebericht mit seinem Unterbewusstsein verschmolz, was zu einem wirklich bemerkenswerten poetischen Fragment führte, das die Leser bis heute in seinen Bann zieht .