früh im Spiel:
* Gleichgültigkeit und Vermeidung: Hamlet ist zunächst von Ophelia angezogen und teilt sogar eine zarte Szene mit ihr in Akt II. Seine Gefühle werden jedoch von seiner Trauer und seinem überwältigenden Gefühl des Verrats an dem Tod seines Vaters und der voreiligen Wiederverheiratung seiner Mutter überschattet. Er beginnt sich von Ophelia zu distanzieren und führt sie sogar zu der Annahme, dass er verrückt geworden ist.
* Täuschung und Manipulation: In einer berühmten Szene täuscht Hamlet den Wahnsinn vor und konfrontiert Ophelia mit einer Flut verwirrender und störender Äußerungen. Er verspottet sie und ihre Tugend, stellt ihre Loyalität zu ihrem Vater in Frage und stellt seine eigene Gesundheit in Frage. Seine Handlungen sollen Ophelia eindeutig verletzen und sie wegfahren, aber es ist unklar, ob er sich der Folgen seines Verhaltens voll bewusst ist.
später im Spiel:
* Eskalation der Grausamkeit: Hamlets Verhalten gegenüber Ophelia wird immer härter und grausamer. Während ihrer Begegnung in der Nonnenklosterszene ist er brutal ehrlich und sagt ihr, dass er sie nie geliebt hat. Er verspottet auch ihre Frömmigkeit und beschuldigt sie, "liberal" und "Promiscuous" zu sein, was darauf hindeutet, dass er seinen eigenen Ärger und Frustration auf sie projiziert.
* unbeabsichtigter Schaden: Während Hamlets Absichten unklar sind, haben seine Handlungen einen verheerenden Einfluss auf den mentalen Zustand von Ophelia. Sie steigt in den Wahnsinn hin, wobei ihre geistige Gesundheit unter dem Gewicht von Hamlets Ablehnung, dem Tod ihres Vaters und dem sozialen Stigma, dem sie gegenübersteht, zerstört.
* tragische Konsequenzen: Ophelias Tod durch Ertrinken ist eine direkte Folge von Hamlets hartes Behandlung und der Manipulation, die er ihr zugefügt hat. Obwohl er nicht vorhatte, sie zu töten, trugen seine Handlungen zweifellos zu ihrem tragischen Tod bei.
Analyse von Hamlets Verhalten:
Hamlets Behandlung von Ophelia wird häufig durch verschiedene Objektive analysiert:
* Sein eigener interner Konflikt: Hamlet setzt sich mit Trauer, Verrat und einem Gefühl überwältigender Verantwortung auseinander. Sein flüchtiges Verhalten gegenüber Ophelia kann als äußere Projektion seiner eigenen inneren Turbulenzen und Verwirrung angesehen werden.
* frauenfeindliche Einstellungen: Einige Kritiker argumentieren, dass Hamlets Behandlung von Ophelia frauenfeindliche Einstellungen widerspiegelt, die in Shakespeares Zeit vorherrschen und Frauen als fragil und leicht manipuliert haben.
* unbeabsichtigte Grausamkeit: Während Hamlet möglicherweise nicht beabsichtigt hat, Ophelia zu ihrem Tod zu treiben, haben sein gefühlloses und manipulatives Verhalten eindeutig zu ihrem tragischen Schicksal beigetragen.
Letztendlich ist Hamlets Behandlung von Ophelia ein komplexer und störender Aspekt des Stücks. Während er als Opfer seiner eigenen Umstände dargestellt wird, sind seine Handlungen gegenüber Ophelia unbestreitbar und ihre Folgen tragisch.