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Wie variiert Mary Shelley den Ton ihres Schreibens in Frankenstein?

Mary Shelley manipuliert den Ton in „Frankenstein“ meisterhaft und webt ein Geflecht aus Emotionen und Perspektiven, das den Leser auf mehreren Ebenen fesselt. Hier ist eine Aufschlüsselung, wie sie dies erreicht:

1. Perspektivwechsel:

* Victors Erzählung: Dieser Abschnitt zeichnet sich oft durch einen dramatischen, konfessionellen und oft selbstmitleidigen Ton aus. Victors Stimme offenbart seine inneren Kämpfe, seine Schuldgefühle und sein Entsetzen, während er sich den Konsequenzen seines Handelns stellt. Er verwendet oft eine erhabene, poetische Sprache, die seinen Intellekt und die emotionalen Turbulenzen hervorhebt, die er erlebt.

* Erzählung des Monsters: Die Erzählung des Monsters nimmt einen empathischeren, verletzlicheren und manchmal auch anklagenderen Ton an. Seine Sprache ist oft einfach und direkt und spiegelt seine Selbstbildung und sein Streben nach Verständnis wider. Shelley schildert seine Einsamkeit, seinen Schmerz und seine Sehnsucht nach Akzeptanz und zwingt den Leser, gesellschaftliche Vorurteile und die Natur der Menschheit in Frage zu stellen.

* Briefe und Tagebucheinträge: Der Roman enthält Briefe und Tagebucheinträge von Robert Walton, die eine objektivere und distanziertere Perspektive bieten . Dadurch kann Shelley einen breiteren gesellschaftlichen Kontext für Victors Taten und die Notlage des Monsters bieten.

2. Kontrastierende Diktion:

* Erhöhte Sprache: Shelley verwendet ein ausgefeiltes Vokabular und komplexe Satzstrukturen, insbesondere in Victors Erzählung. Dies unterstreicht seinen Intellektualismus und die Größe seines Ehrgeizes. Allerdings kann dies auch ein Gefühl von Distanziertheit und Arroganz vermitteln.

* Einfache Sprache: In der Erzählung des Monsters ist die Sprache unkompliziert und oft umgangssprachlich. Dies spiegelt seinen Mangel an formaler Bildung und seine Schwierigkeiten wider, seine komplexen Gefühle zu artikulieren. Es erzeugt ein Gefühl von Authentizität und Verletzlichkeit.

3. Übergang vom Gothic-Horror zur philosophischen Reflexion:

* Gothic-Horror: Shelley verwendet anschauliche Beschreibungen und spannende Handlungsstränge, um Angst und Spannung hervorzurufen. Der Roman ist durchdrungen von Elementen des Gothic-Genres, insbesondere in den Szenen der Erschaffung des Monsters und den schrecklichen Begegnungen zwischen Victor und der Kreatur.

* Philosophische Reflexion: Der Roman befasst sich auch mit tiefgreifenden philosophischen Fragen zu Schöpfung, Verantwortung, Moral und der Natur der Menschheit. Shelley nutzt diese Momente, um gesellschaftliche Normen in Frage zu stellen und tiefere Überlegungen zum menschlichen Zustand anzuregen.

4. Humor und Ironie:

* Schwarzer Humor: Shelley verwendet gelegentlich schwarzen Humor, um einen satirischen Kommentar zur Einstellung der Gesellschaft gegenüber Wissenschaft, Ehrgeiz und sozialer Ausgrenzung abzugeben. Dies erhöht die Komplexität der Erzählung und verhindert, dass sie zu einer reinen Horrorgeschichte wird.

* Ironie: Der Roman ist voller ironischer Situationen, insbesondere in Bezug auf die Folgen von Victors Handlungen. Diese Ironie verdeutlicht die inhärenten Mängel des menschlichen Ehrgeizes und die unbeabsichtigten Folgen des wissenschaftlichen Fortschritts.

Insgesamt manipuliert Mary Shelley meisterhaft den Ton, um einen komplexen und vielschichtigen Roman zu schaffen, der noch Jahrhunderte später bei den Lesern Anklang findet. Durch den nahtlosen Perspektivwechsel, die Verwendung kontrastierender Diktion und die Verflechtung von Elementen aus Horror, Philosophie und Satire schafft sie eine kraftvolle und nachhaltige Erkundung der menschlichen Natur und ihrer Komplexität.

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