Arts >> Kunst und Unterhaltung >  >> Bücher >> Literatur

Welche Aspekte der Kirche kritisierte Erasmus in The Praise Folly?

In „The Praise of Folly“ persifliert Erasmus verschiedene Aspekte der Kirche und nutzt Folly oft selbst als Sprachrohr, um diese Praktiken zu kritisieren. Hier sind einige Kernpunkte seiner Kritik:

Klerikaler Missbrauch:

* Unwissenheit und mangelnde Bildung: Erasmus kritisiert die weitverbreitete Ignoranz unter Geistlichen und betont, dass es ihnen an angemessener theologischer Ausbildung mangele und dass sie sich eher auf das Auswendiglernen als auf echtes Verstehen verlassen. Er verspottet Priester, die nicht einmal die Bibel richtig lesen können.

* Simony: Er kritisiert den Verkauf kirchlicher Ämter und Ablässe und weist auf die Heuchelei derer hin, die die Religion zum persönlichen Vorteil ausnutzen.

* Weltlichkeit und Gier: Erasmus verspottet den opulenten Lebensstil vieler Geistlicher und stellt ihre verschwenderischen Ausgaben ihrem Armutsgelübde gegenüber. Er kritisiert ihr Streben nach Reichtum und Macht und argumentiert, dass sie sich mehr um weltliche Besitztümer als um spirituelle Angelegenheiten gekümmert hätten.

* Heuchelei: Erasmus weist auf die Kluft zwischen Predigt und Praxis vieler Geistlicher hin. Er hebt ihre Heuchelei hervor, wenn es um die Förderung der Keuschheit geht, während sie sich auf illegale Geschäfte einlassen, wenn sie sich für den Frieden einsetzen, während sie Kriege führen, und wenn sie zu Demut aufrufen, während sie im Luxus leben.

Religiöse Praktiken und Überzeugungen:

* Übermäßiger Ritualismus: Er verspottet die aufwändigen Zeremonien und Rituale der Kirche und deutet an, dass es bei ihnen eher um äußere Zurschaustellung als um innere Frömmigkeit geht.

* Aberglaube: Erasmus verspottet den weit verbreiteten Aberglauben, einschließlich des Glaubens an Wunder und Reliquien, der seiner Meinung nach den echten Glauben untergräbt.

* Dogmatische Streitigkeiten: Er kritisiert die endlosen theologischen Debatten und Auseinandersetzungen innerhalb der Kirche und argumentiert, dass diese von der Kernbotschaft des Christentums ablenken.

* Mangelnde persönliche Hingabe: Erasmus fördert eine persönlichere und individualistischere Herangehensweise an den Glauben und fordert den Einzelnen dazu auf, seine eigene Beziehung zu Gott zu entwickeln, anstatt sich ausschließlich auf externe Praktiken zu verlassen.

Insgesamt zielt die Kritik von Erasmus in „Das Lob der Torheit“ darauf ab, die Kirche von innen heraus zu reformieren. Er glaubte, dass sich die Kirche zu sehr auf äußere Erscheinungen und institutionelle Macht konzentrierte, und plädierte für eine Rückkehr zu den einfachen Lehren Christi und eine persönlichere und authentischere Form der Frömmigkeit.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass Erasmus zwar ein Kritiker der Kirche, aber auch ein gläubiger Christ war. Seine Absicht war es nicht, die Kirche aufzulösen, sondern sie von innen heraus zu reformieren. Seine Satire sollte zum Nachdenken und Wandel anregen, nicht zerstören.

Literatur

Related Categories