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Die Sozialisierung der elisabethanischen Ära?

Die Sozialisierung der elisabethanischen Ära:Ein Wandteppich aus Klasse, Geschlecht und Pflicht

Die elisabethanische Ära (1558–1603) war eine Zeit bedeutender sozialer Veränderungen in England. Die Renaissance war in vollem Gange und brachte neue Ideen und eine wachsende Betonung der Bildung und des menschlichen Potenzials mit sich. In dieser Ära blieben jedoch auch mittelalterliche Gesellschaftsstrukturen mit einer starren Hierarchie erhalten, die tiefgreifende Auswirkungen auf die Sozialisierung der Bürger hatte.

Sozialisation nach Klasse:

* Die Aristokratie: Diese Elitegruppe, zu der die königliche Familie, der Adel und der Landadel gehörten, erhielt eine Ausbildung, die sich auf klassische Literatur, höfische Manieren und kriegerische Fähigkeiten konzentrierte. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, das Reich zu regieren, zu schützen und die soziale Ordnung aufrechtzuerhalten. Von ihnen wurde Ritterlichkeit, Großzügigkeit und ein starkes Pflichtbewusstsein gegenüber ihrer sozialen Klasse erwartet.

* Der Adel: Diese Klasse, die zwischen der Aristokratie und dem Bürgerlichen stand, besaß bedeutenden Landbesitz und war oft in der Kommunalverwaltung tätig. Ihre Ausbildung ähnelte der der Aristokratie, war jedoch weniger umfassend. Von ihnen wurde erwartet, dass sie tugendhaft sind, religiöse Werte wahren und einen Beitrag zu ihren Gemeinschaften leisten.

* Die Kaufleute und Handwerker: Diese aufstrebende Mittelschicht erlangte durch Handel und Gewerbe Reichtum und Einfluss. Ihre Ausbildung konzentrierte sich auf praktische Fähigkeiten und Geschäftssinn. Sie wurden für ihren Fleiß, ihre Sparsamkeit und ihren Unternehmergeist geschätzt.

* Die Bauern und Arbeiter: Diese überwiegende Mehrheit der Bevölkerung hatte nur minimalen Zugang zu Bildung und lebte hauptsächlich in ländlichen Gebieten. Ihre Sozialisierung wurde weitgehend durch ihre Rolle in der Landwirtschaft und in traditionellen ländlichen Gemeinschaften bestimmt. Von ihnen wurde erwartet, dass sie ihren Vorgesetzten gehorsam, fleißig und loyal waren.

Sozialisation nach Geschlecht:

* Frauen: Während einige aristokratische Frauen eine Grundausbildung erhielten, beschränkte sich ihr Leben weitgehend auf die Häuslichkeit. Von ihnen wurde erwartet, dass sie Ehefrauen und Mütter sind und für die Haushaltsführung, die Kindererziehung und die Aufrechterhaltung moralischer Standards verantwortlich sind. Frauen hatten nur eingeschränkte Rechts- und Eigentumsrechte und von ihnen wurde erwartet, dass sie sich ihren Ehemännern unterordnen.

* Männer: Männer waren in erster Linie für das öffentliche Leben verantwortlich, bekleideten Machtpositionen und beteiligten sich an der Kriegsführung. Von ihnen wurde erwartet, dass sie stark und mutig sind und die Ehre ihrer Familie wahren. Bildung galt als wesentlich für Männer, insbesondere für diejenigen, die ein öffentliches Amt oder eine intellektuelle Tätigkeit anstrebten.

Schlüsselelemente der elisabethanischen Sozialisation:

* Religion: Die Church of England spielte eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung gesellschaftlicher Werte. Den Kindern wurden schon in jungen Jahren religiöse Lehren beigebracht, und die öffentliche Moral war eng mit der Einhaltung religiöser Grundsätze verbunden.

* Familie: Die Familie war von zentraler Bedeutung für die elisabethanische Gesellschaft und bot sowohl wirtschaftliche Unterstützung als auch moralische Orientierung. Von Kindern wurde erwartet, dass sie ihren Eltern gehorchen und die ihnen zugewiesenen Rollen innerhalb der Familie erfüllen.

* Pflicht: In allen sozialen Schichten war ein starkes Pflichtbewusstsein verankert. Von jedem Einzelnen wurde erwartet, dass er seinen Verpflichtungen gegenüber seiner Familie, seiner Gemeinschaft und seiner sozialen Klasse nachkommt.

* Ruf: Im elisabethanischen England hatte der Ruf einen hohen Stellenwert und die Menschen waren ständig bestrebt, ein positives Image aufrechtzuerhalten. Dieser Druck, sich den gesellschaftlichen Erwartungen anzupassen, prägte das individuelle Verhalten.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern:

* Dieses Sozialisationsmodell war nicht monolithisch und die individuellen Erfahrungen variierten je nach Klasse, Standort und familiärem Hintergrund.

* Die elisabethanische Ära war Zeuge des Aufkommens neuer Ideen und sozialer Mobilität, die traditionelle hierarchische Strukturen in Frage stellte. Diese Veränderungen erfolgten jedoch langsam und schrittweise, und die starre Gesellschaftsordnung blieb tief in der damaligen Kultur verankert.

Indem wir das komplexe Zusammenspiel von Klasse, Geschlecht und religiösen Einflüssen verstehen, gewinnen wir einen tieferen Einblick in das einzigartige soziale Gefüge des elisabethanischen Englands und wie es das Leben seiner Bürger prägte.

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