1. Die Gefahren unkontrollierten Ehrgeizes und wissenschaftlichen Fortschritts:
* Die Romantik: Shelleys Roman wurde während der Romantik geschrieben, einer Zeit großer wissenschaftlicher und technologischer Fortschritte. Der Roman hinterfragt die ethischen Grenzen des wissenschaftlichen Strebens und hebt die Gefahren unkontrollierten Ehrgeizes hervor. Victor Frankensteins unermüdliches Streben nach Wissen, ohne Rücksicht auf die möglichen Konsequenzen, führt zur Erschaffung des Monsters und verdeutlicht das Potenzial des wissenschaftlichen Fortschritts, sich zu einer zerstörerischen Kraft zu entwickeln.
* Gott spielen: Der Roman geht auch auf das Konzept des „Gottspielens“ ein. Frankensteins Wunsch, Leben zu erschaffen, eine Macht, die traditionell einem höheren Wesen vorbehalten war, spiegelt die Ängste der damaligen Zeit über die wachsende Macht der Wissenschaft und ihr Potenzial wider, etablierte religiöse und soziale Strukturen herauszufordern.
2. Soziale Isolation und Vorurteile:
* Die Isolation des Monsters: Das Monster ist eine direkte Verkörperung sozialer Isolation und Vorurteile. Er wird aufgrund seines Aussehens geächtet und gefürchtet und weist auf die gesellschaftliche Gefahr hin, Menschen aufgrund ihres Aussehens und nicht aufgrund ihres Charakters zu beurteilen. Sein Weg, Akzeptanz und Verbindung zu finden, wird durch die Angst und Vorurteile, denen er begegnet, vereitelt.
* Die Rolle der Gesellschaft: Der Roman legt nahe, dass die Gesellschaft eine Rolle bei der Entstehung von Monstern spielt. Das Monster ist ein Produkt von Victor Frankensteins Ehrgeiz und den sozialen Bedingungen, die Isolation und Angst fördern.
3. Die Natur der Menschheit und Verantwortung:
* Das Potenzial des Monsters: Trotz seines monströsen Aussehens demonstriert das Monster eine Fähigkeit zum Lernen, zur Liebe und zum Mitgefühl und stellt die vorgefassten Vorstellungen des Lesers darüber in Frage, was „Menschlichkeit“ ausmacht. Er sehnt sich nach Verbindung und sinnt letztendlich auf Rache für die Ungerechtigkeiten, denen er ausgesetzt ist, wobei er die Bedeutung menschlicher Interaktion und Empathie hervorhebt.
* Verantwortung für die Schöpfung: Der Roman wirft Fragen nach der Verantwortung der Schöpfer für ihre Schöpfungen auf. Victor Frankenstein lässt das Monster im Stich und überlässt es ihm, sich in einer Welt zurechtzufinden, auf die er nicht vorbereitet war, und stellt die Verantwortung von Wissenschaftlern und Einzelpersonen in Frage, sich um die Konsequenzen ihres Handelns zu kümmern.
4. Die Gotik und das Übernatürliche:
* Gothische Elemente: Die Verwendung gotischer Elemente im Roman, wie düstere und stürmische Schauplätze, unheimliche Begegnungen und die drohende Bedrohung durch das Übernatürliche, spiegelt die sozialen Ängste der Zeit wider. Diese Elemente schaffen eine Atmosphäre der Angst und Unsicherheit und spiegeln die Besorgnis über die sich verändernde Welt und das Potenzial für gesellschaftliche Umwälzungen wider.
Indem Shelley diese sozialen Belange aus der Perspektive des Monsters und seines Schöpfers untersucht, bietet er eine kraftvolle Kritik an gesellschaftlichen Normen, wissenschaftlichem Fortschritt und der menschlichen Verfassung. *Frankenstein* bleibt ein zeitloses Meisterwerk, das auch heute noch bei den Lesern Anklang findet und sie dazu anregt, über die Komplexität der menschlichen Natur, die Ethik des wissenschaftlichen Fortschritts und die Bedeutung von Mitgefühl und Verständnis nachzudenken.