Hier ist der Grund:
* Webern war eine führende Persönlichkeit der Zweiten Wiener Schule. Diese Schule, zu der auch Arnold Schönberg und Alban Berg gehörten, konzentrierte sich auf Atonalität, Serialismus und die Erforschung neuer Musiktechniken. Dies steht im diametralen Gegensatz zu den charakteristischen Merkmalen der Neoromantik.
* Die Neoromantik entstand im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Es war eine Reaktion gegen die wahrgenommene Kälte und den Intellektualismus der Spätromantik. Neoromantische Komponisten ließen sich oft von Volksmusik, nationalistischen Themen und emotionaler Ausdruckskraft inspirieren.
* Weberns Musik ist bekannt für ihre Kürze, Strenge und ihren minimalistischen Ansatz. Er strebte eine hochkonzentrierte und kontrollierte Musiksprache an, die sich durch Kargheit und präzise Struktur auszeichnete. Dies ist das Gegenteil des üppigen, expansiven und oft emotional aufgeladenen Stils der Neoromantik.
Obwohl es einige oberflächliche Ähnlichkeiten hinsichtlich der Verwendung von Melodie und Harmonie geben mag, steht Weberns Gesamtansatz an die Komposition grundsätzlich im Widerspruch zu den Prinzipien der Neoromantik.
Anstatt ein Vorbild für die Neoromantik zu sein, lässt sich Weberns Einfluss in der Entwicklung von Serialismus, atonaler Musik und minimalistischer Ästhetik erkennen im 20. Jahrhundert. Seine Musik diente als bedeutende Inspiration für spätere Komponisten wie Pierre Boulez, Luciano Berio und Karlheinz Stockhausen.