1. Oper: Die Oper, ein bedeutendes Musikgenre, das Drama und Musik verbindet, wurde im Barock verfeinert und populär gemacht. Barockopern verfügten typischerweise über umfangreiche Gesangsverzierungen und verwendeten eine Vielzahl von Musikstilen wie Rezitativ, Arie und Chor. Zu den bemerkenswerten Barockopern zählen Monteverdis „Orfeo“, Händels „Giulio Cesare“ und Purcells „Dido und Aeneas“.
2. Oratorium: Oratorien, groß angelegte Chorwerke, die auf religiösen oder biblischen Texten basierten, waren im Barock weit verbreitet. Im Gegensatz zu Opern fehlten Oratorien theatralische Elemente und sie verließen sich ausschließlich auf den musikalischen Ausdruck, um ihre Erzählungen zu vermitteln. Bemerkenswerte Beispiele sind Bachs „Matthäus-Passion“ und Händels „Messias“.
3. Kantate: Kantaten waren, ähnlich wie Oratorien, Vokalkompositionen, die Rezitative, Arien und Chöre kombinierten, aber kürzer waren. Sie behandelten verschiedene Themen, darunter sakrale und weltliche Themen. Kantaten erfreuten sich in der lutherischen Kirche großer Beliebtheit, und Bach steuerte ein umfangreiches Werk bei.
4. Suite: Suiten waren Instrumentalkompositionen, die aus einer Reihe kontrastierender Tanzbewegungen bestanden. Barocksuiten begannen oft mit einer Allemande und gingen mit Tänzen wie Courantes, Sarabandes und Gigues weiter. Die Bewegungen wurden nach Tempo, Rhythmus und Metrum arrangiert, wodurch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Komposition entstand.
5. Konzert: Im Barockzeitalter entwickelte und verbreitete sich die Konzertform. In den Konzerten standen ein Solist oder eine kleine Gruppe von Solisten (concertino) einem größeren Ensemble (ripieno) gegenüber. Instrumentalkonzerte, vor allem das Violinkonzert, erlebten in dieser Zeit ihre Blütezeit, ebenso wie das Concerto Grosso.
6. Sonate: Die ursprünglich als mehrsätziges Instrumentalwerk entstandene Sonate erfuhr im Barock eine breite Pflege. Sonaten wurden typischerweise für ein einzelnes Instrument mit Continuo (ein unterstützendes Bassinstrument und Akkordbegleitung) geschrieben. Die Klaviersonate mit Cembalo oder Orgel erreichte ihren Höhepunkt in Werken von Künstlern wie Scarlatti und Händel.
7. Fuge: Die Fuge, eine kontrapunktische Form, die auf der Nachahmung und Entwicklung einer Themenmelodie basiert, war eine herausragende Kompositionstechnik im Barock. Bachs „Wohltemperiertes Klavier“, eine Reihe von Präludien und Fugen in allen Dur- und Moll-Tonarten, verkörpert die Komplexität und Kunstfertigkeit barocker Fugen.
8. Toccata: Toccaten, virtuose Klavierstücke mit schnellen Passagen, erlebten im Barock ihre Blütezeit. Sie waren oft improvisatorischer Natur und zeigten mutige und lebhafte Demonstrationen technischer Fähigkeiten.
9. Leidenschaft: Passionsvertonungen waren musikalische Erzählungen über das Leiden, die Kreuzigung und den Tod Jesu Christi, die typischerweise auf den Berichten der Evangelien basierten. Diese Werke kombinierten Textdeklamationen, Chöre und instrumentale Zwischenspiele und erfassten so die dramatischen und emotionalen Aspekte der Geschichte.
10. Stilistische Variationen: Barockkomponisten zeichneten sich auch durch stilistisch unterschiedliche Formen wie die Chaconne-, Passacaglia- und Ostinato-Variationen aus. Diese Kompositionsgeräte verwendeten sich wiederholende harmonische Muster oder melodische Themen und ermöglichten es Komponisten, melodische und emotionale Tiefe zu erkunden.
Dies sind nur einige Beispiele für die vielfältigen Kompositionen, die im Barock entstanden oder florierten und die musikalische Kreativität, Innovation und technische Meisterschaft der Komponisten dieser Zeit unterstreichen.