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Wie denkt Ismene darüber, was Antigone von ihr erwartet?

Im Stück „Antigone“ von Sophokles ist Ismene zunächst zögerlich und zögert, ihrer Schwester Antigone bei der Beerdigung ihres verstorbenen Bruders Polyneikes zu helfen. Sie versucht Antigone davon abzubringen, sich dem Verbot zu widersetzen, ihn zu begraben, da dies als Hochverrat gilt und mit der Todesstrafe geahndet wird. Ismene betont die Gefahr und die möglichen Konsequenzen ihres Handelns und argumentiert, dass sie sich der Autorität von Kreon, dem Herrscher von Theben, unterwerfen sollten.

Während Antigone jedoch standhaft an ihrer Entscheidung festhält, ihren Bruder zu ehren und die Bestattungsriten durchzuführen, entwickeln sich Ismenes Gefühle. Sie kämpft mit einem moralischen Konflikt zwischen ihrer Pflicht als Schwester und der Angst vor den Konsequenzen des Gesetzes. Ismenes Liebe und Fürsorge für Antigone sind offensichtlich und sie äußert den Wunsch, sie auf jede erdenkliche Weise zu unterstützen.

Als Antigone darauf besteht, dass Ismene die Verantwortung teilen und sich an der Beerdigung von Polyneikes beteiligen solle, gerät Ismene noch mehr in Konflikt. Sie argumentiert, dass es von Antigone unfair sei, von ihr zu erwarten, dass sie die gleichen Risiken eingeht und mit der möglichen Strafe rechnen muss. Ismenes Ängste und ihr Selbsterhaltungstrieb halten sie letztlich davon ab, sich aktiv an Antigones Akt des Trotzes zu beteiligen.

Trotz ihrer anfänglichen Zurückhaltung und Angst zeigen Ismenes Gefühle gegenüber Antigone während des gesamten Stücks ihre tiefe emotionale Bindung zu ihrer Schwester. Ihr Zögern, an der Beerdigung teilzunehmen, ist nicht nur auf Angst zurückzuführen, sondern auch auf Vorsicht und Sorge um Antigones Wohlergehen. Sie bewundert jedoch immer noch Antigones Mut und Entschlossenheit, auch wenn sie sich dafür entscheidet, nicht denselben Weg zu gehen.

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