1. Unheimliche Atmosphäre:
„Erlking“ schafft von Anfang an eine unheimliche Atmosphäre und bereitet die Bühne für die bedrohlichen Ereignisse, die sich abspielen. Der dunkle und stürmische Hintergrund des Gedichts mit seinem „wilden Wind“ und den „fliegenden Wolken“ erzeugt ein Gefühl der Vorahnung und Unsicherheit. Diese atmosphärische Kulisse verstärkt die Fremdartigkeit und das Wunder der Ballade.
2. Geheimnisvolle Charaktere:
Das Gedicht stellt zwei mysteriöse und übernatürliche Charaktere vor:den Erlkönig und seine Töchter. Der Erlkönig wird als schattenhafte, böswillige Gestalt dargestellt, die aus der Dunkelheit auftaucht, um Vater und Sohn zu verfolgen. Seine Töchter werden als „schöne Kinder“ beschrieben, die den Jungen mit ihren bezaubernden Stimmen locken. Diese rätselhaften Charaktere verleihen der Ballade einen Hauch von Geheimnis und Gefahr und verstärken das Gefühl der Fremdheit.
3. Übernatürliche Elemente:
„Erlking“ ist von übernatürlichen Elementen durchdrungen, die zu seiner Seltsamkeit und Wunderbarkeit beitragen. Der zentrale Konflikt des Gedichts dreht sich um die Versuche des Vaters, seinen Sohn vor den Fängen des Erlkönigs zu schützen, der oft mit Tod und böswilligen Mächten in Verbindung gebracht wird. Die Verwendung übernatürlicher Bilder wie „Die Krone des Erlkönigs“, „Der dunkle Wald“ und „Der blasse Mond“ im Gedicht verstärkt die unheimliche und jenseitige Atmosphäre der Ballade noch weiter.
4. Verwendung von Wiederholungen:
Goethe setzt Wiederholungen ein, um ein Gefühl der Dringlichkeit zu erzeugen und im gesamten Gedicht Spannung aufzubauen. Die wiederholten Sätze wie „Erlking“ und „Vater, siehst du nicht“ verleihen der Ballade eine hypnotische Qualität und ziehen den Leser tiefer in den verzweifelten Kampf des Vaters und des Sohnes gegen die übernatürliche Bedrohung hinein.
5. Soundeffekte:
Die Verwendung von Klangeffekten wie Alliteration und Lautmalerei trägt zu seiner Fremdartigkeit und Wunderbarkeit bei. Die Wiederholung bestimmter Konsonanten und die Verwendung von Wörtern, die natürliche Geräusche nachahmen, erzeugen ein Gefühl auditiver Dissonanz und spiegeln die wachsende Angst und Verwirrung des Vaters und des Sohnes wider.
6. Mehrdeutiges Ende:
Das Gedicht endet mit einer zweideutigen Note, die den Leser über das Schicksal des Vaters und des Sohnes im Unklaren lässt. Diese Mehrdeutigkeit ermöglicht vielfältige Interpretationen und trägt zur nachhaltigen Wirkung des Gedichts bei. Der offene Charakter des Endes verstärkt die Fremdartigkeit und das Gefühl des Wunders der Ballade noch weiter.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Erlking“ die Fremdartigkeit und das Wunder einer Ballade durch ihre unheimliche Atmosphäre, mysteriöse Charaktere, übernatürliche Elemente, den Einsatz von Wiederholungen, Soundeffekten und das mehrdeutige Ende meisterhaft einfängt. Goethes Gedicht entführt den Leser in ein Reich der Dunkelheit und des Zaubers und hinterlässt bei ihm ein anhaltendes Gefühl von Unbehagen und Faszination.