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Welche Heiratsregeln gab es zur Zeit des Stücks „Othello“?

Zu Shakespeares Zeiten, im 16. und 17. Jahrhundert, waren die Ehegesetze und -bräuche in England eine komplexe Angelegenheit und hatten sich aus dem Mittelalter entwickelt. Hier sind die wichtigsten Punkte zu den damaligen Heiratsregeln:

1. Einwilligungsalter :

- Das gesetzliche Mindestalter für die Eheschließung betrug 12 Jahre für Frauen und 14 Jahre für Männer.

- Die meisten Menschen heiraten jedoch im Allgemeinen später im Teenageralter oder Anfang 20.

2. Einverständniserklärung der Eltern :

- Die Einwilligung der Eltern wurde als sehr wichtig erachtet, insbesondere für Personen unter 21 Jahren (damals das gesetzliche Erwachsenenalter).

- Wenn Eltern Einspruch gegen eine Ehe einlegen, können sie verschiedene rechtliche Mittel nutzen, um dies zu verhindern.

3. Common-Law-Ehe :

- Eine gültige Ehe nach dem Common Law könnte ohne formelle Zeremonie oder schriftliche Dokumentation geschlossen werden.

- In einer Ehe nach dem Common Law einigten sich die Paare darauf, als Ehemann und Ehefrau zusammenzuleben und übernahmen gegenseitig die mit der Ehe verbundenen Pflichten und Privilegien.

- Diese Ehen wurden von der Kirche und dem Staat anerkannt, obwohl sie nicht so rechtsverbindlich waren wie eine formelle kirchliche Trauung.

4. Kirchenhochzeit :

- Für eine formelle und rechtsverbindliche Ehe war eine religiöse Zeremonie notwendig, die normalerweise von einem Priester der Church of England (der damals etablierten Kirche) durchgeführt wurde.

- Kirchenbeamte führten detaillierte Aufzeichnungen über Ehen und andere wichtige Ereignisse in Kirchenbüchern, die rechtlich anerkannte Beweise für die Eheschließung darstellten.

5. Verbote und Lizenzen :

- Eheerklärungen wurden üblicherweise an drei aufeinanderfolgenden Sonntagen vor der Hochzeitszeremonie in der Kirche verlesen.

- Die Aufgebote dienten als öffentliche Ankündigung der beabsichtigten Heirat und ermöglichten es jedem, sich zu äußern, der berechtigte Einwände (z. B. frühere Ehen oder verbotene Verwandtschaftsgrade) kannte.

- Alternativ könnten Einzelpersonen eine Heiratserlaubnis vom örtlichen Bischof erhalten, wodurch das Erfordernis eines Aufgebotes entfällt und der Eheprozess beschleunigt wird.

6. Dower-Rechte und Anteile :

- Mitgiftrecht bezeichnet den Rechtsanspruch einer Ehefrau auf ein Drittel des Vermögens ihres Mannes nach dessen Tod.

- In einigen Fällen konnte jedoch eine Jointure-Vereinbarung vereinbart werden, bei der es sich um eine alternative Abfindung des Ehemanns anstelle der Mitgiftrechte handelte.

7. Verbotene Ehen :

- Bestimmte Ehen waren aus religiösen oder rechtlichen Gründen verboten, darunter:

- Bigamie (mit mehr als einer Person gleichzeitig verheiratet sein).

- Inzestuöse Beziehungen (Ehe zwischen nahen Blutsverwandten).

- Ehen zwischen Paten und Patenkindern.

Es ist wichtig anzumerken, dass nicht alle diese Regeln strikt befolgten und es gelegentlich Fälle nicht konformer Ehen gab, insbesondere in den unteren sozialen Schichten. Die oben beschriebenen allgemeinen rechtlichen und gesellschaftlichen Normen wurden jedoch zu Shakespeares Zeiten weitgehend eingehalten.

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