1. Künstlerischer Zweck:
- Griechisches Theater: Das Ziel des griechischen Theaters bestand oft darin, religiöse Hingabe zu wecken, das Publikum über moralische Werte aufzuklären und die menschliche Natur und universelle Themen zu erforschen.
- Shakespearean Theater: Das Shakespeare-Theater konzentrierte sich auf Unterhaltung und Geschichtenerzählen und verwob komplexe Handlungen, Charaktere und Themen, um emotionale Reaktionen hervorzurufen und ein Gefühl des Staunens zu erzeugen.
- Brechtianisches Theater: Brechts Theater hatte einen politischen und didaktischen Zweck. Ziel war es, kritisches Denken anzuregen, soziale Normen in Frage zu stellen und das Publikum zu ermutigen, die Welt zu hinterfragen und zu verändern.
2. Einbindung des Publikums:
- Griechisches Theater: Griechische Theateraufführungen versuchten, das Publikum durch Illusion und emotionale Manipulation in die fiktive Welt des Stücks zu entführen.
- Shakespearean Theater: Ziel des Shakespeare-Theaters war es auch, das Publikum in die Geschichte einzutauchen und eine starke emotionale Reaktion hervorzurufen.
- Brechtianisches Theater: Brecht vermied es bewusst, Illusionen zu erzeugen. Er nutzte Strategien wie die direkte Ansprache des Publikums, fragmentierte Szenen und metatheatralische Elemente, um dem Publikum die Künstlichkeit des Theaters bewusst zu machen und es zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Botschaft des Stücks zu ermutigen.
3. Struktur und Form:
- Griechisches Theater: Griechische Stücke folgten oft einer festgelegten Struktur mit einem Prolog, Episoden, einem Höhepunkt und einer Auflösung.
- Shakespearean Theater: Shakespeares Stücke wiesen strukturelle Vielfalt auf, mit einer Mischung aus komischen und tragischen Elementen und einer fünfaktigen Struktur, die eine komplexe Handlungsentwicklung ermöglichte.
- Brechtianisches Theater: Brecht entwickelte einen nichtlinearen, episodischen Erzählstil. Er durchbrach traditionelle dramatische Konventionen, indem er Techniken wie Montage, Flash-Forwards und Unterbrechungen einsetzte, um die Erzählung aufzubrechen und eine kritische Analyse zu fördern.
4. Charakterisierung:
- Griechisches Theater: Griechische Schriftzeichen symbolisierten oft universelle Eigenschaften und moralische Werte, repräsentierten größere gesellschaftliche Themen und fungierten als Sprachrohr für die Ideen des Dramatikers.
- Shakespearean Theater: Shakespeare schuf vielseitige und komplexe Charaktere und erkundete deren psychologische Tiefe, Motivationen und Interaktionen.
- Brechtianisches Theater: Brechts Figuren waren oft Archetypen oder Karikaturen, die gesellschaftliche Archetypen oder soziale Klassen repräsentierten. Sie wurden oft distanziert und als Beobachtungsobjekte präsentiert, die es dem Publikum ermöglichten, ihr Verhalten kritisch zu hinterfragen.
5. Sprache und Stil:
- Griechisches Theater: Das griechische Theater verwendete eine poetische und erhabene Sprache und nutzte lyrische Verse, um die emotionale Wirkung zu verstärken und symbolische Bedeutungen zu vermitteln.
- Shakespearean Theater: Shakespeares Stücke zeugen von sprachlicher Beherrschung, reich an Bildern, beredten Reden und klugem Wortspiel.
- Brechtianisches Theater: Brecht wählte einen direkteren, umgangssprachlicheren und didaktischeren Sprachstil. Um seine Ideen klar zu kommunizieren, verwendete er Texte, klare Dialoge und Lieder mit einfachen, sich wiederholenden Texten.