Hamlets Position war komplex:
* Thronfolger: Er war der rechtmäßige Thronfolger Dänemarks, was ihn in den Augen des Hofes und möglicherweise des Volkes zu einer bedeutenden Persönlichkeit machte. Dies verschaffte ihm einen gewissen Einfluss, auch wenn er derzeit keine formelle Macht ausübte.
* Prinz: Sein Status als Fürst verschaffte ihm Privilegien und Respekt.
* Claudius‘ Neffe: Er war direkt mit dem König verwandt, was ihm einen gewissen Zugang und die Möglichkeit verschaffte, sich innerhalb des Hofes zu bewegen.
* Nicht König: Er war jedoch nicht der eigentliche Herrscher. Claudius hielt den Thron inne und übte die wahre Macht aus. Hamlet verfügte über keine offizielle Autorität und musste darauf achten, die Autorität von Claudius nicht direkt in Frage zu stellen.
War er also in einer Machtposition?
* Technisch gesehen nein: Er hatte nicht die Zügel der Macht in der Hand.
* Aber er hatte potenzielle Macht: Er könnte möglicherweise seine Position und seinen Einfluss nutzen, um Claudius herauszufordern und den Thron zurückzuerobern. Dies ist es, was er letztendlich versucht, was zum tragischen Ende des Stücks führt.
Kurz gesagt lässt sich Hamlets Position am besten als eine der „potenziellen Macht“ beschreiben. Aufgrund seines gesellschaftlichen Status und seiner Abstammung hielt er ihn für eine mächtige Persönlichkeit, aber seine Macht war latent. Er musste das empfindliche Gleichgewicht zwischen seiner Position und seinen Wünschen bewältigen, was letztendlich zu seinem Untergang führte.