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Wie standen die viktorianischen Menschen zum Thema Kriminalität?

Die viktorianische Ära, die sich über das 19. Jahrhundert erstreckte, war von tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen geprägt, einschließlich einer veränderten Einstellung und Wahrnehmung gegenüber Kriminalität. In dieser Zeit variierte die Wahrnehmung von Kriminalität in der Gesellschaft und wurde durch eine Kombination aus sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst.

1. Moralische Einstellung :Die viktorianische Gesellschaft war stark von religiösen Überzeugungen und Moralkodizes beeinflusst, die ihre Ansichten über Kriminalität prägten. Viele Menschen glaubten, dass Verbrechen eine Folge moralischer Verdorbenheit und individueller Entscheidungen seien. Sie betrachteten Kriminelle als moralisch defizitäre Individuen, die bestraft werden mussten, um die soziale Ordnung aufrechtzuerhalten.

2. Klasseneinteilung :Die viktorianische Gesellschaft war entlang der Klassengrenzen tief gespalten, wobei die Ober- und Mittelschicht eine deutlich andere Einstellung zur Kriminalität hatten als die Arbeiterklasse. Die Oberschicht betrachtete die von der Unterschicht begangenen Verbrechen oft mit Verachtung und moralischer Verachtung, während die Arbeiterklasse für dieselben Vergehen härtere Strafen hinnehmen musste.

3. Soziale Reformbewegungen :Im viktorianischen Zeitalter entstanden verschiedene soziale Reformbewegungen, die darauf abzielten, gesellschaftliche Probleme, einschließlich Kriminalität, anzugehen. Diese Bewegungen, wie die Temperance-Bewegung und die Ragged-School-Bewegung, versuchten, die Lebensbedingungen der Armen zu verbessern und die Kriminalität zu reduzieren, indem sie die zugrunde liegenden sozialen Ursachen angingen.

4. Industrialisierung :Die rasche Industrialisierung und Urbanisierung im viktorianischen Zeitalter brachte bedeutende wirtschaftliche und soziale Veränderungen mit sich. Überfüllte Städte, Arbeitslosigkeit und Armut trugen zu einem Anstieg der Kriminalitätsraten bei. Dies führte zu härteren Strafen und einer stärkeren Betonung der Abschreckung von Straftaten.

5. Sensationalität in den Medien :Die viktorianische Ära erlebte einen Aufschwung des Sensationsjournalismus und der Sensationsliteratur, die sich oft auf Kriminalität, Mord und andere schockierende Geschichten konzentrierte. Diese Berichterstattung in den Medien machte die Kriminalität sensationell, schürte Ängste und Befürchtungen in der Öffentlichkeit und beeinflusste die öffentliche Wahrnehmung.

6. Änderung des Strafsystems :Im viktorianischen Zeitalter kam es zu einem Wandel im Strafvollzugssystem, weg von öffentlichen Hinrichtungen und hin zu humaneren Formen der Bestrafung wie der Inhaftierung. Dies spiegelte einen allmählichen Wandel in der Einstellung gegenüber der Behandlung von Kriminellen als rehabilitierungsbedürftige Personen und nicht als bloße Strafobjekte wider.

7. Rechtsreformen :Die viktorianische Ära war auch Zeuge bedeutender Rechtsreformen, wie der Einführung der Police Metropolitan Force und der Einrichtung von Jugendgerichten. Diese Reformen zielten darauf ab, die Strafverfolgung und die Rechtspflege zu verbessern und zu einem strukturierteren und wirksameren Strafjustizsystem beizutragen.

Obwohl einige Aspekte der viktorianischen Gesellschaft eine strenge und moralisierende Sicht auf Kriminalität hatten, wurde insgesamt auch zunehmend die Notwendigkeit sozialer Reformen erkannt, um die zugrunde liegenden Ursachen von Kriminalität anzugehen und die gesellschaftlichen Bedingungen zu verbessern, die zu kriminellem Verhalten beigetragen haben.

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