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Was geschah mit den Theatern in London, als sie wegen der Pest geschlossen waren?

Als Vorsichtsmaßnahme gegen die Beulenpest wurden die Theater in London auf Anordnung des Kronrates am 12. Mai 1593 geschlossen. Die Schließung wurde am 12. Juni aufgehoben, doch am 23. Juli wurden die Theater wieder geschlossen, als sich die Pest verschlimmerte. Sie blieben bis Anfang 1594 geschlossen.

Dies verursachte große Not für die Theatergruppen und die Schauspieler, die für ihren Lebensunterhalt auf sie angewiesen waren. Einige der Unternehmen konnten die Provinzen bereisen, andere mussten sich auflösen. Um zu überleben, wandten sich die arbeitslosen Schauspieler oft der Kriminalität oder der Prostitution zu.

Die Schließung der Theater hatte erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung des englischen Dramas. In dieser Zeit wandten sich viele Dramatiker dem Schreiben von „Closet Dramas“ (Stücken, die nicht für die Aufführung gedacht waren) zu. Einige dieser geheimen Dramen gehörten zu den bedeutendsten Werken der elisabethanischen Ära, darunter Shakespeares „Hamlet“, „Othello“ und „König Lear“.

Als die Theater 1594 wiedereröffnet wurden, unterlagen sie neuen Beschränkungen. Die Regierung führte für alle Aufführungen ein Lizenzsystem ein und die Theater durften nur an bestimmten Wochentagen geöffnet sein. Trotz dieser Einschränkungen erholte sich die Theaterindustrie in London schnell und die Stadt wurde bald zum Zentrum der englischsprachigen Welt für Theater.

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