1. Das göttliche Recht der Könige:Die zu Shakespeares Zeiten vorherrschende Idee des göttlichen Rechts der Könige spiegelt sich in dem Stück wider. Das Konzept, dass der König von Gott auserwählt ist und über dem Gesetz steht, wird durch die Figur von König Duncan dargestellt, der als gerechter und gütiger Herrscher gilt.
2. Die Angst vor Tyrannei:Das Stück untersucht die Folgen eines tyrannischen Herrschers, am Beispiel von Macbeth. Shakespeare zog möglicherweise Parallelen zur repressiven Herrschaft von König James I., der zur Zeit der Entstehung des Stücks regierte. Die Angst vor Tyrannei und der Wunsch nach einem gerechten Herrscher waren zu dieser Zeit weit verbreitete Sorgen des englischen Volkes.
3. Die schottische Verbindung:Shakespeare spielte „Macbeth“ in Schottland, das eine komplexe politische Beziehung zu England hatte. Die Darstellung der schottischen Lords und ihres Wunsches nach Unabhängigkeit mag beim englischen Publikum Anklang gefunden haben, das sich der historischen Konflikte zwischen den beiden Ländern bewusst war.
4. Hexerei und Aberglaube:Das Stück enthält Elemente der Hexerei und des Aberglaubens, die im elisabethanischen England vorherrschend waren. Shakespeares Darstellung der Hexen und ihrer Prophezeiungen könnte als Kommentar zum weitverbreiteten Glauben an das Übernatürliche und dessen Rolle in der politischen Machtdynamik gesehen werden.
5. Geschlechterrollen und Macht:„Macbeth“ berührt auch das Thema Geschlechterrollen und Machtdynamiken. Das Stück untergräbt traditionelle Geschlechtererwartungen durch die Figur der Lady Macbeth, die zu einer ehrgeizigen und rücksichtslosen Figur wird. Shakespeares Untersuchung der Machtdynamik und des Einflusses von Frauen in der Politik könnte als Spiegelbild der sich verändernden sozialen und politischen Landschaft der Zeit angesehen werden.
Es ist wichtig anzumerken, dass diese politischen Einflüsse zwar vorhanden waren, Shakespeares Stücke jedoch komplexe Kunstwerke sind und es schwierig ist, einen einzelnen Faktor als einzigen Einfluss zuzuordnen. Dennoch hat der politische Kontext der elisabethanischen Ära zweifellos Shakespeares Schreiben geprägt und trägt weiterhin zur anhaltenden Relevanz und Faszination des Stücks bei.