- Industrialisierung und Urbanisierung: Das rasante Wachstum der Städte im 19. Jahrhundert führte zu einem Gefühl sozialer Unruhe und Angst. Melodram bot eine Flucht aus der harten Realität des Industrielebens und bot dem Publikum eine Welt klarer moralischer Konflikte und ultimativer Gerechtigkeit.
- Aufstieg der Mittelschicht: Der wachsende Wohlstand der Mittelschicht führte zu einer Nachfrage nach Unterhaltung, die ihre Werte und Ambitionen widerspiegelte. Melodrama sprach dieses Publikum mit seiner Betonung häuslicher Tugenden wie Ehrlichkeit, Loyalität und Keuschheit an.
- Geschlechterrollen und Erwartungen: Melodramen verstärkten oft traditionelle Geschlechterrollen, wobei Frauen als tugendhafte Heldinnen und Männer als starke, beschützende Helden dargestellt wurden. Dies sprach ein Publikum an, das sich mit den veränderten Geschlechterrollen und Erwartungen in der viktorianischen Gesellschaft auseinandersetzte.
2. Theaterkonventionen
- Spektakel und Sensation: Melodramen enthielten oft aufwändige Bühnenbilder, Kostüme und Spezialeffekte, die die Sinne überwältigen und dem Publikum ein intensiveres emotionales Erlebnis bieten sollten.
- Standardzeichen: Melodramen stützten sich auf eine Reihe von Charakteren, wie die tugendhafte Heldin, den Bösewicht und den komischen Kumpel. Diese Charaktere waren leicht zu erkennen und für das Publikum nachvollziehbar, das sich für die guten Charaktere begeistern und die Bösewichte beschimpfen konnte.
- Emotionale Manipulation: Melodramen waren in ihrer emotionalen Anziehungskraft oft manipulativ und nutzten Musik, Beleuchtung und Gesten, um ein gesteigertes Gefühl von Spannung, Aufregung und Pathos zu erzeugen.
3. Beliebtheit von Printmedien
- Penny Dreadfuls: Penny-Dreadfuls waren billige, beliebte Veröffentlichungen, die oft sensationelle Geschichten über Kriminalität, Mysterien und Horror enthielten. Diese Veröffentlichungen trugen dazu bei, das Melodram-Genre bekannt zu machen und ein breites Publikum zu erreichen.
- Romane und Theaterstücke: Viele melodramatische Geschichten wurden ursprünglich in Fortsetzungen in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht und später für die Bühne adaptiert. Dies trug dazu bei, die Popularität des Melodrams über das Theater hinaus einem breiteren Lesepublikum zugänglich zu machen.