Hubris (übermäßiger Stolz): Antigone beweist Hybris, indem sie hartnäckig darauf besteht, ihren Bruder zu begraben, obwohl dies einen Verstoß gegen das Gesetz und die Missachtung der Befehle des Königs bedeutet. Sie überschätzt ihr eigenes Gerechtigkeitsempfinden und unterschätzt die Macht des Staates.
Peripeteia (Umkehr des Schicksals): Antigones Schicksal nimmt eine plötzliche und unerwartete Wendung, als Kreon erfährt, dass sie seinen Befehlen nicht Folge geleistet und Polyneikes begraben hat. Dies führt zu ihrer Verhaftung und schließlich zum Tod.
Anagnorisis (Erkennung): Antigone erkennt die Konsequenzen ihres Handelns und das tragische Schicksal, das sie erwartet. Sie erkennt, dass sie einen Fehler gemacht hat, als sie sich Kreon widersetzte, und erkennt die Macht des Staates an.
Katharsis (Reinigung): Das Publikum empfindet Mitleid und Angst, als es Zeuge des tragischen Untergangs Antigones wird. Durch ihr Leiden wird das Publikum an die Bedeutung von Mäßigung, Respekt vor Autoritäten und die Folgen von übermäßigem Stolz und Sturheit erinnert.
Edle Eigenschaften: Trotz ihres tragischen Fehlers ist Antigone eine edle Figur, die von ihrer Liebe und Loyalität zu ihrer Familie angetrieben wird. Sie ist bereit, ihr eigenes Leben zu opfern, um ihren Bruder zu ehren und ihre moralischen Prinzipien aufrechtzuerhalten. Ihr Mut und ihre Entschlossenheit machen sie zu einer sympathischen Figur im Stück.
Diese Elemente machen Antigone zu einem klassischen Beispiel für einen tragischen Helden. Ihre Geschichte erinnert uns an die Gefahren von übermäßigem Stolz und Sturheit, wie wichtig es ist, im Leben Ausgeglichenheit und Mäßigung zu finden, und an die tragischen Folgen, die sich aus der Missachtung von Autorität und moralischen Normen ergeben können.