2. Die Einstellung ist nicht erhöht. Tragödien ereignen sich typischerweise an einem großartigen oder erhöhten Ort, beispielsweise an einem königlichen Hof oder auf einem Schlachtfeld. „Tod eines Handlungsreisenden“ spielt jedoch in einem Mittelklasseviertel in Brooklyn. Der Fokus des Stücks auf das Alltagsleben gewöhnlicher Menschen macht es nachvollziehbarer und ergreifender.
3. Der Ton ist nicht hochtrabend. Tragödien werden oft in einem erhabenen und poetischen Stil geschrieben. Der Tod eines Handlungsreisenden ist jedoch in einem naturalistischen Stil geschrieben, der der Alltagssprache näher kommt. Dadurch wird das Stück einem breiteren Publikum zugänglicher.
4. Das Ende ist nicht kathartisch. Tragödien enden typischerweise mit dem Tod des Protagonisten, was beim Publikum ein Gefühl der Katharsis hervorruft. In „Tod eines Handlungsreisenden“ löst Willys Tod jedoch kein Gefühl der Katharsis aus. Stattdessen fühlt sich das Publikum leer und hoffnungslos.
5. Die Botschaft des Stücks ist nicht optimistisch. Tragödien enden oft mit einer Botschaft der Hoffnung oder des Optimismus. Der Tod eines Handlungsreisenden endet jedoch mit einer Botschaft der Verzweiflung. Das Stück legt nahe, dass der amerikanische Traum unerreichbar und das Leben letztendlich bedeutungslos ist.