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Warum ist Antigone so tragisch?

Antigone ist eine tragische Figur, weil sie in einem Konflikt zwischen zwei gleichermaßen gültigen moralischen Imperativen gefangen ist. Einerseits fühlt sie sich verpflichtet, den Gesetzen der Götter zu gehorchen und ihren vom Staat zum Verräter erklärten Bruder Polyneikes zu begraben. Andererseits weiß sie, dass sie hart bestraft wird, wenn sie sich den staatlichen Anordnungen widersetzt, möglicherweise sogar mit dem Tod.

Die Tragödie von Antigone besteht darin, dass sie diesen Konflikt letztlich nicht lösen kann. Sie beschließt, ihren Bruder zu begraben, besiegelt damit aber ihr eigenes Schicksal. Ihr Tod ist eine Verschwendung, denn er hätte vermieden werden können, wenn es ihr gelungen wäre, einen Kompromiss zwischen ihren beiden Verpflichtungen zu finden.

Antigones Tragödie ist auch ein Spiegelbild des größeren Konflikts zwischen Individuum und Staat. In jeder Gesellschaft besteht ein Spannungsverhältnis zwischen den Rechten des Einzelnen und der Macht des Staates. Antigones Geschichte zeigt uns, wie diese Spannung zur Tragödie führen kann.

Antigone ist auch deshalb tragisch, weil sie sich der Konsequenzen ihres Handelns bewusst ist, sich aber trotzdem zum Handeln entschließt. Sie weiß, dass Kreon sie bestrafen wird, wenn sie sich seinem Befehl widersetzt, dennoch begräbt sie ihren Bruder. Dies zeigt, dass Antigone nicht einfach ein Opfer des Schicksals ist; Sie ist auch eine aktive Akteurin ihrer eigenen Tragödie.

Schließlich ist Antigone tragisch, weil ihr Tod sinnlos ist. Sie erreicht nichts, indem sie sich Kreon widersetzt; Tatsächlich macht sie alles nur noch schlimmer. Ihr Tod ist eine Verschwendung, denn er hätte vermieden werden können, wenn sie zu Kompromissen bereit gewesen wäre.

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