Arts >> Kunst und Unterhaltung >  >> Theater >> Drama

Wie reagiert Shylock auf die missbräuchliche Behandlung, die er von christlichen Venezianern erfährt?

Shylock, der jüdische Geldverleiher in William Shakespeares Stück „Der Kaufmann von Venedig“, reagiert auf die missbräuchliche Behandlung, die er durch christliche Venezianer erfährt, mit einer Mischung aus Wut, Groll und Trotz. Während des gesamten Stücks wird Shylock von verschiedenen Charakteren beleidigt, verspottet und diskriminiert, darunter Antonio, der Kaufmann, der ihm Geld schuldet, und die anderen venezianischen Christen.

Shylocks erste Reaktion auf diese Misshandlung ist Resignation und Verbitterung. Er erkennt an, dass er als Jude ein Außenseiter in der venezianischen Gesellschaft ist und die mit seinem Status einhergehenden Beleidigungen und Vorurteile ertragen muss. In seinem berühmten Buch „Hat kein Jude Augen?“ In seiner Rede argumentiert Shylock, dass Juden und Christen trotz der Unterschiede dieselben grundlegenden menschlichen Emotionen und Erfahrungen teilen:

Hat ein Jude nicht Augen? Hat ein Jude nicht Hände, Organe, Dimensionen, Sinne, Neigungen, Leidenschaften? Mit der gleichen Nahrung gefüttert, mit den gleichen Waffen verletzt, den gleichen Krankheiten ausgesetzt, mit den gleichen Mitteln geheilt, durch den gleichen Winter und Sommer gewärmt und gekühlt, wie ein Christ? Wenn du uns stichst, bluten wir dann nicht? Wenn du uns kitzelst, lachen wir dann nicht? Wenn du uns vergiftest, sterben wir dann nicht? Und wenn du uns Unrecht tust, sollen wir uns dann nicht rächen?

Diese Rede unterstreicht Shylocks Gefühl der Ungerechtigkeit und seinen Wunsch nach Rache an denen, die ihm Unrecht getan haben. Sein Groll beschränkt sich jedoch nicht auf einzelne Christen; es erstreckt sich auf die gesamte christliche Gesellschaft, die ihn ausgegrenzt und diskriminiert hat.

Im Verlauf des Stücks werden Shylocks Wut und Rachegelüste immer ausgeprägter. Als Antonio mit seinem Kredit in Verzug gerät, besteht Shylock darauf, die volle Strafe eines Pfunds Fleisch zu fordern, auch wenn er dafür Antonios Leben aufs Spiel setzt. Diese extreme Maßnahme spiegelt Shylocks tiefsitzenden Hass und das Bedürfnis wider, seine Macht angesichts ständiger Unterdrückung zu behaupten.

Trotz seines Widerstands wird Shylock in seinem Streben nach Rache letztendlich besiegt. Der Herzog von Venedig regiert zugunsten von Antonio und Shylock ist gezwungen, zum Christentum zu konvertieren und seinen Reichtum aufzugeben. Dieses Ergebnis unterstreicht die Grenzen von Shylocks Rebellion und verdeutlicht die anhaltenden Machtstrukturen und Vorurteile, die in der venezianischen Gesellschaft bestehen.

Insgesamt sind Shylocks Reaktionen auf die missbräuchliche Behandlung, die er von christlichen Venezianern erfährt, komplex und vielschichtig und reichen von Resignation und Verbitterung bis hin zu Wut, Trotz und schließlich Niederlage. Seine Figur dient Shakespeare als Vehikel, um Themen wie Vorurteile, Rache und den Kampf um Gerechtigkeit in einer von religiösen und sozialen Spaltungen geprägten Gesellschaft zu erforschen.

Drama

Related Categories