Im 18. und 19. Jahrhundert wurde der Begriff „Jude“ manchmal verwendet, um Menschen zu bezeichnen, die keine Juden waren, von denen man jedoch annahm, dass sie bestimmte Eigenschaften wie Gier, List oder Unehrlichkeit teilten. Diese Verwendung war oft abwertend und spiegelte antisemitische Vorurteile wider, die zu dieser Zeit in der Gesellschaft existierten.
Es ist erwähnenswert, dass Charles Dickens ein lautstarker Befürworter sozialer Reformen und ein Kritiker gesellschaftlicher Ungerechtigkeiten, einschließlich Antisemitismus, war. Seine Darstellung von Fagin war zwar vom Kontext der Zeit beeinflusst, aber dennoch nuanciert und einfühlsam. Fagin ist ein komplexer Charakter, der eine Reihe von Emotionen zeigt, darunter Verletzlichkeit und Mitgefühl. Dickens wollte einen mehrdimensionalen Charakter schaffen, anstatt negative Stereotypen aufrechtzuerhalten.
Moderne Ausgaben von „Oliver Twist“ bieten häufig Kontext und Kommentare zur Verwendung des Begriffs „Jude“, um sicherzustellen, dass die Leser den historischen Kontext und die Absicht des Autors bei der Verwendung dieser Sprache verstehen.