Hamlet ist von Natur aus zutiefst kontemplativ und spricht oft in verschleierten Metaphern und subtilen Anspielungen. Seine ersten Liebesbekundungen für Ophelia mögen echt gewesen sein. Trotzdem. Als er jedoch von der Ermordung seines Vaters durch Claudius und der überstürzten Wiederverheiratung seiner Mutter erfährt, beginnt er, die Echtheit aller Menschen um ihn herum in Frage zu stellen.
Claudius' Bemerkung sät in Hamlet Zweifel und verstärkt seinen Verdacht hinsichtlich der Aufrichtigkeit von Ophelias Gefühlen für ihn. Er kommt zu dem Schluss, dass Ophelia in eine Verschwörung gegen ihn verwickelt ist oder sich zumindest des Verrats bewusst ist. Dieser Verdacht führt dazu, dass er Ophelia unberechenbar und manchmal grausam behandelt und so zu ihrem Abstieg in den Wahnsinn und zum tragischen Tod beiträgt.
Darüber hinaus unterstreicht Claudius' Bemerkung das Thema der Täuschung und Manipulation, das das Stück durchzieht. Es gibt den Ton für eine Welt vor, in der der Schein trügt und nichts so ist, wie es scheint. Hamlets Desillusionierung über Ophelias angebliche Liebe spiegelt seinen allgemeinen Zynismus gegenüber einer Gesellschaft wider, die von Korruption und Intrigen verdorben ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Claudius' Bemerkung, dass Hamlets Liebesworte bloße Fallen für „Waldschnepfen“ seien, zu einem entscheidenden Moment im Stück wird. Es trägt zu Hamlets sich entwickelnder Wahrnehmung der Realität bei, prägt seine Interaktionen mit Ophelia und spiegelt die übergeordneten Themen Betrug und moralischen Verfall wider, die die tragischen Ereignisse des Stücks bestimmen.