1967: Solschenizyns Roman Cancer Ward wird veröffentlicht. Es steht dem Sowjetsystem noch kritischer gegenüber als „One Day ...“ und wird vom KGB beschlagnahmt. Solschenizyns Werk kann in der Sowjetunion nur über Samizdat veröffentlicht werden, wobei maschinengeschriebene Kopien seiner Werke im Untergrund verbreitet werden.
1970: Solschenizyn erhält den Nobelpreis für Literatur. Er kann die Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen, da er bei einer Rückkehr in die UdSSR mit ziemlicher Sicherheit vom KGB beschlagnahmt würde.
1973-74: Der erste und zweite Band von Der Archipel Gulag werden in Paris veröffentlicht, nachdem mehrere Verlage das Manuskript aus Angst vor sowjetischen Vergeltungsmaßnahmen abgelehnt hatten. Der „Archipel Gulag“ bietet ausführliche Berichte über die sowjetischen Gefangenenlager und das Leiden und Sterben unzähliger Millionen Menschen.
1974: Solschenizyn wird aus dem Sowjetischen Schriftstellerverband ausgeschlossen.
1976: Solschenizyn wird wegen „staatsfeindlicher Aktivitäten“ verhaftet und nach Westdeutschland verbannt. Er lässt sich schließlich in den Vereinigten Staaten nieder.
Die Solschenizyn-Affäre ist bedeutsam, weil sie die brutale Realität des Sowjetregimes und die Anstrengungen deutlich machte, die die Regierung unternehmen würde, um abweichende Meinungen zu unterdrücken. Solschenizyns Arbeit inspirierte andere Dissidenten, sich gegen das Sowjetsystem auszusprechen, und trug dazu bei, dass es schließlich zusammenbrach.