Mündliches Geschichtenerzählen:
* Folklore und Legenden: Das mündliche Geschichtenerzählen war tief in der englischen Folklore und den Legenden verwurzelt, die über Generationen weitergegeben wurden. In diesen Geschichten ging es oft um Fabelwesen, übernatürliche Ereignisse und moralische Lehren.
* Balladen und Lieder: Gesungene und vorgetragene Balladen waren eine gängige Form des Geschichtenerzählens. Diese Lieder erzählten oft historische Ereignisse, romantische Geschichten oder tragische Geschichten mit Themen wie Liebe, Verlust und Heldentum.
* Tavernen und Gasthäuser: Tavernen und Gasthäuser waren soziale Treffpunkte, in denen sich Menschen trafen, um Geschichten auszutauschen, zu klatschen und den Animateuren zuzuhören. Reisende Geschichtenerzähler, sogenannte „Minnesänger“, unterhielten das Publikum mit Geschichten über Abenteuer und Romantik.
* Geschichtenerzählen für den Unterricht: Das Geschichtenerzählen wurde auch zu Bildungszwecken eingesetzt. Moralische Geschichten, Gleichnisse und historische Anekdoten wurden verwendet, um Kindern und Erwachsenen etwas über Richtig und Falsch, gesellschaftliche Erwartungen und historische Ereignisse beizubringen.
Schriftliches Geschichtenerzählen:
* Dramatiker und Theater: Die elisabethanische Ära erlebte eine Blütezeit des Theaterschaffens, wobei berühmte Persönlichkeiten wie Shakespeare, Marlowe und Jonson Werke schufen, die sowohl beliebt als auch einflussreich waren. Theater waren wichtige Zentren des Geschichtenerzählens, in denen sich das Publikum versammelte, um dramatische Erzählungen und fesselnde Charaktere zu erleben.
* Bücher und Broschüren: Die Druckmaschine machte Bücher und Broschüren zugänglicher und förderte eine Kultur des Lesens und des schriftlichen Geschichtenerzählens. Romane, Gedichte und andere Formen der Literatur erfreuten sich zunehmender Beliebtheit.
* Reiseliteratur: Berichte über Reisen und Erkundungen, oft von Reisenden selbst verfasst, fesselten das Publikum mit Geschichten über exotische Länder und gewagte Abenteuer.
Die Bedeutung des Geschichtenerzählens:
* Unterhaltung: Geschichtenerzählen war in erster Linie eine Form der Unterhaltung und bot den Menschen die Möglichkeit, der Realität ihres Lebens zu entfliehen und in fiktive Welten einzutauchen.
* Soziale Bindung: Durch das Geschichtenerzählen wurden ein Gemeinschaftsgefühl und gemeinsame Erfahrungen gefördert, Menschen zusammengebracht und soziale Bindungen aufgebaut.
* Moralische Unterweisung: Geschichten dienten als Mittel zur moralischen Unterweisung und zur Vermittlung von Werten, Ethik und sozialen Normen.
* Historische Erhaltung: Mündliche Überlieferungen und schriftliche Erzählungen trugen dazu bei, das kulturelle Erbe und historische Ereignisse zu bewahren.
Hauptmerkmale des elisabethanischen Geschichtenerzählens:
* Schwerpunkt auf Spektakel und Drama: Das elisabethanische Geschichtenerzählen, insbesondere in Theaterstücken, war stark visuell und theatralisch. Der Einsatz aufwändiger Kostüme, Bühnenbilder und Spezialeffekte trug zum immersiven Erlebnis bei.
* Themen Liebe, Ehrgeiz und Schicksal: Viele elisabethanische Geschichten befassten sich mit universellen Themen wie Liebe, Ehrgeiz und Schicksal, oft vor dem Hintergrund politischer Intrigen, gesellschaftlicher Unruhen und übernatürlicher Kräfte.
* Moralische Ambiguität und Komplexität: Im Gegensatz zu vielen früheren Formen des Geschichtenerzählens präsentierten elisabethanische Erzählungen den Charakteren oft komplexe Motivationen und moralisch mehrdeutige Handlungen.
* Sprache und Stil: Das elisabethanische Geschichtenerzählen zeichnete sich durch eine lebendige und poetische Sprache aus, die oft von Metaphern, Bildern und Witz durchdrungen war.
Das Geschichtenerzählen war im elisabethanischen England ein lebendiger und vielschichtiger Aspekt des Lebens, der die Kultur bereicherte, das Publikum unterhielt und das Verständnis der Welt prägte. Es beeinflusst bis heute Literatur, Theater und Geschichtenerzählen.