Satire der Geschäftswelt:
* Bürokratie und Unpersönlichkeit: Die Geschichte kritisiert die entmenschlichende Natur des Arbeitsplatzes, wo Einzelpersonen eher als Rädchen in einer Maschine denn als Menschen behandelt werden. Die Besessenheit des Erzählers von Effizienz und seine Unfähigkeit, Bartlebys passiven Widerstand zu verstehen, unterstreichen dieses Thema.
* Das „Dead Letter“-Büro: Der Schauplatz selbst symbolisiert die Leblosigkeit und Stagnation der Anwaltschaft und stellt ein System dar, das sowohl entscheidend als auch letztlich sinnlos ist. Die „toten Briefe“ stellen die enorme Menge an Arbeit dar, die vergraben und vergessen wird, und spiegeln die Sinnlosigkeit vieler Aspekte des Geschäfts wider.
* Kapitalismus und Profit: Die Geschichte weist auf die sozialen Ungleichheiten hin, die in einem kapitalistischen System bestehen. Während es dem Erzähler gut geht, wird Bartleby in eine marginalisierte Position gedrängt, die die Notlage derer darstellt, die aus Profitgründen ausgebeutet werden.
Satire auf den menschlichen Zustand:
* Entfremdung und Isolation: Bartlebys passiver Widerstand und seine Weigerung, an der Welt um ihn herum teilzunehmen, sind ein Symbol für die existenzielle Isolation und Sinnlosigkeit, die viele Menschen erleben. Seine Aussage „Ich würde es lieber nicht tun“ bringt dieses Gefühl der Entfremdung und des Rückzugs auf den Punkt.
* Die Natur von Identität und Zweck: Bartlebys mysteriöse Vergangenheit und der Mangel an klarer Motivation stellen die Natur von Identität und Zweck in Frage. Er repräsentiert den menschlichen Kampf, in einem chaotischen und gleichgültigen Universum einen Sinn zu finden.
* Mitgefühl und Empathie: Die Schwierigkeiten des Erzählers, Bartleby zu verstehen, und sein letztendliches Scheitern, eine Verbindung zu ihm aufzubauen, offenbaren die Grenzen menschlichen Mitgefühls und Einfühlungsvermögens. Die Geschichte regt die Leser dazu an, über ihre eigenen Reaktionen auf das Leid anderer nachzudenken.
Insgesamt ist „Bartleby the Scrivener“ eine tiefgründige Erkundung sowohl der Geschäftswelt als auch der menschlichen Verfassung. Es kritisiert die entmenschlichenden Aspekte des modernen Lebens und erkennt gleichzeitig die inhärenten Schwierigkeiten an, andere zu verstehen und mit ihnen in Kontakt zu treten. Melvilles Satire ist subtil und vielschichtig und lädt den Leser ein, sich mit der Komplexität der menschlichen Existenz und den Herausforderungen auseinanderzusetzen, die sich aus der Bewältigung einer Welt ergeben, die sich oft sowohl bedrückend als auch gleichgültig anfühlt.