* Prolog (Zeilen 1-99): Das Stück beginnt mit einem Gespräch zwischen den Schwestern Antigone und Ismene. Antigone erzählt Ismene, dass ihr Bruder Polyneikes getötet wurde und dass Kreon, der neue König von Theben, seine Beerdigung verboten hat. Antigone ist entschlossen, sich Kreons Befehl zu widersetzen und Polyneikes selbst zu begraben, doch Ismene versucht, sie davon abzubringen.
* Parodos (Zeilen 100-161): Der Chor der thebanischen Ältesten tritt ein und singt ein Lied über die Geschichte der Stadt und die jüngsten Ereignisse, die zum Konflikt zwischen Antigone und Kreon geführt haben.
* Erste Episode (Zeilen 162–331): Antigone wird von den Wachen gefasst, als sie versucht, Polyneikes zu begraben. Sie wird vor Kreon gebracht, der sie wegen ihres Ungehorsams zur Rede stellt. Antigone verteidigt ihr Vorgehen mit dem Argument, dass sie gemäß den Gesetzen der Götter verpflichtet sei, ihren Bruder zu begraben. Kreon lässt sich von ihren Argumenten nicht beeindrucken und befiehlt, sie in einer Höhle einzusperren.
* Zweite Episode (Zeilen 332-581): Haemon, Kreons Sohn und Antigones Verlobter, versucht seinen Vater davon zu überzeugen, Antigones Leben zu verschonen. Haemon argumentiert, dass Antigone unschuldig ist und dass Kreon ungerecht handelt, indem er sie bestraft. Kreon weigert sich, auf Haemon zu hören und befiehlt die Hinrichtung Antigones.
* Dritte Episode (Zeilen 582-780): Antigone wird in den Tod geführt. Sie singt ein Klagelied und bringt ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass sie im Jenseits wieder mit ihrem Bruder vereint sein wird.
* Exodos (Zeilen 781-1353): Ein Bote kommt herein und berichtet, dass Antigone in ihrem Grab Selbstmord begangen hat. Kreon wird von Trauer und Reue überwältigt und erkennt, dass er einen schrecklichen Fehler gemacht hat. Er befiehlt, Antigones Leichnam zu begraben und Polyneikes' Leichnam ordnungsgemäß zu beerdigen. Das Stück endet damit, dass der Chor ein Trauerlied für Antigone und die tragischen Ereignisse in Theben singt.
Struktur und Bedeutung
Die Struktur von Antigone spiegelt die Themen Konflikt und Lösung des Stücks wider. Das Stück beginnt mit einem Konflikt zwischen Antigone und Kreon, der eskaliert, bis er im Tod Antigones seinen Höhepunkt findet. Das Stück endet dann mit einer Lösung des Konflikts, als Kreon seinen Fehler erkennt und anordnet, Antigones Leiche zu begraben. Diese Struktur legt nahe, dass selbst die erbittertsten Konflikte gelöst werden können, wenn die Menschen bereit sind, einander zuzuhören und die Standpunkte des anderen zu verstehen.
Die Struktur des Stücks betont auch die Bedeutung des Refrains. Der Chor kommentiert die Handlung des Stücks und bietet Einblicke in die Beweggründe der Charaktere und die moralischen Fragen, um die es geht. Der Chor trägt auch dazu bei, im Stück ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen, da er die kollektive Stimme des thebanischen Volkes repräsentiert.
Insgesamt ist die Struktur von „Antigone“ sorgfältig ausgearbeitet, um die Themen des Stücks zu unterstützen und ein kraftvolles und bewegendes Theatererlebnis zu schaffen.