Erhöhte emotionale Intensität:
Eines der auffälligsten Merkmale von Bidarts Sprache in Ödipus ist ihre intensive emotionale Ladung. Das Stück ist voller leidenschaftlicher Ausbrüche, schmerzlicher Schreie und herzzerreißender Klagen. Diese erhöhte emotionale Intensität spiegelt die extremen psychischen Turbulenzen wider, die die Charaktere, insbesondere Ödipus selbst, durchmachen. Bidarts Sprache fängt die rohe und viszerale Natur ihrer Emotionen ein und zieht den Leser in die Tiefen ihres Leidens.
Bildsprache:
Bidarts Verwendung der Bildsprache ist ein weiteres Schlüsselelement seines Stils in Ödipus. Er verwendet eine breite Palette figurativer Mittel, darunter Metaphern, Gleichnisse und Personifikationen, um lebendige und eindrucksvolle Bilder zu schaffen. Diese bildlichen Mittel verleihen dem Text Bedeutungsebenen und Tiefe und ermöglichen es Bidart, komplexe Themen und Emotionen auf differenzierte und indirekte Weise zu erforschen.
Zeitgenössische poetische Techniken:
Bidart bezieht auch verschiedene zeitgenössische poetische Techniken in seine Nacherzählung von Ödipus ein. Zu diesen Techniken gehören freie Verse, fragmentierte Syntax und störende Zeilenumbrüche. Indem er sich von traditionellen poetischen Formen und Strukturen löst, stellt Bidart die Erwartungen der Leser in Frage und erzeugt ein Gefühl der Dringlichkeit und Unmittelbarkeit, das die Wirkung der emotionalen Intensität des Stücks verstärkt.
Insgesamt zeichnen sich Sprache und Stil von Oedipus von Frank Bidart durch ihre emotionale Intensität, den Einsatz figurativer Sprache und die Einbeziehung zeitgenössischer poetischer Techniken aus. Durch diese Elemente schafft Bidart eine kraftvolle und bewegende Neuinterpretation der klassischen griechischen Tragödie, die die zeitlosen Themen Schicksal, Leid und die Suche nach Wahrheit einfängt.