Aus diesem Grund ist die Verbindung von Queen Mary mit der Renaissance differenzierter:
* Sie lebte während der Renaissance: Maria wurde 1542 geboren und starb 1587, mitten in der Renaissance. Das bedeutet, dass sie eine Zeit großer kultureller und intellektueller Veränderungen durchlebte und deren Einfluss wahrscheinlich in gewisser Weise zu spüren bekam.
* Sie wurde in den Idealen der Renaissance erzogen: Maria erhielt eine humanistische Ausbildung, die einen Grundstein der Renaissance bildete. Dazu gehörte das Erlernen von Latein, Griechisch und Philosophie sowie anderen Fächern wie Geschichte und Literatur. Diese Ausbildung prägte ihre Weltanschauung und beeinflusste wahrscheinlich ihre politischen Entscheidungen.
* Sie förderte die Künste: Wie viele Herrscher der Renaissance unterstützte Maria Künstler und Musiker, war aber keine große Mäzenin wie beispielsweise ihre Cousine Elisabeth I.
* Ihr Hof war ein Zentrum des Lernens: Der Hof von Maria Stuart, Königin der Schotten, war ein lebendiger intellektueller Treffpunkt für Gelehrte und Künstler. Dazu trug wahrscheinlich auch Marias Interesse an intellektuellen Angelegenheiten bei.
Allerdings trug Maria nicht direkt zu den künstlerischen, wissenschaftlichen oder literarischen Innovationen bei, die die Renaissance kennzeichneten. Ihr Hauptaugenmerk lag darauf, ihr Recht auf den schottischen Thron zu sichern und später Elisabeth I. um den englischen Thron herauszufordern.
Obwohl Maria während der Renaissance lebte und von deren Idealen beeinflusst wurde, war sie keine „Renaissance“-Figur im traditionellen Sinne.
Stattdessen war sie eine kraftvolle, komplexe Persönlichkeit, die eine Zeit gewaltiger Veränderungen durchlebte und deren Leben mit der sich verändernden politischen Landschaft Europas verknüpft war.