Im Mittelpunkt der Erzählung steht der Protagonist Owen. Owen gerät in ein Netz aus Gerüchten, als seine Nachbarin Claire eine Bemerkung macht, die andeutet, dass er seiner Frau untreu gewesen sei. Als sich das Gerücht verbreitet, wird Owens Ruf getrübt und er wird zum Außenseiter der eng verbundenen Gemeinschaft. Updike schildert wirkungsvoll den Kampf des Protagonisten, seine Unschuld zu beweisen, und die Frustration, die er empfindet, wenn seine Bemühungen vergeblich erscheinen.
Die Geschichte beleuchtet die Machtdynamik innerhalb der Gemeinschaft. Die von Konformität getriebenen Bewohner akzeptieren das Gerücht bereitwillig und bilden eine Einheitsfront gegen Owen. Die Folgen sind weitreichend und wirken sich auf seine Beziehungen, seine Karriereaussichten und sogar auf sein Selbstbewusstsein aus. Updikes Darstellung der Schnelligkeit der Gemeinschaft, zu urteilen und zu verurteilen, verdeutlicht die gefährlichen Auswirkungen der Gruppendenken-Mentalität und der Erosion der Individualität.
Darüber hinaus untersucht „Rumor“ die psychologischen Auswirkungen der Tortur auf Owen. Während er sich mit dem Verrat seines Nachbarn und der Ablehnung durch seine Gemeinschaft auseinandersetzt, erlebt er eine tiefgreifende Veränderung. Owens anfängliche Verwirrung und Wut weichen allmählich einem Gefühl der Isolation und Distanziertheit. Updike befasst sich mit der Komplexität menschlicher Emotionen und präsentiert ein differenziertes Porträt eines Mannes, der mit seiner zerstörten Identität kämpft.
Während der gesamten Geschichte verwendet Updike kraftvolle Bilder, um eine lebendige Atmosphäre zu schaffen, die Owens emotionalem Zustand entspricht. Die Bilder von Dunkelheit und Gefangenschaft spiegeln sein Gefühl der Gefangenschaft und die schwere Last wider, die er aufgrund des Gerüchts trägt. Besonders auffällig ist der Höhepunkt der Geschichte, als Owen Claire in einem metaphorischen „Hall des Flüsterns“ konfrontiert, der die allgegenwärtige Natur des Gerüchts darstellt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Rumor“ von John Updike eine meisterhaft verfasste Kurzgeschichte ist, die die schädlichen Auswirkungen der Verbreitung unbegründeter Informationen innerhalb einer Gemeinschaft untersucht. Anhand des Kampfes des Protagonisten beleuchtet Updike die Gefahren blinder Konformität und die Fragilität des individuellen Rufs. Die Geschichte ist eine warnende Geschichte über die Konsequenzen, die ein blinder Glaube an Gerüchte hat, und über die zerstörerische Kraft, die sie auf den Einzelnen und die Gesellschaft als Ganzes haben können.