Lassen Sie uns die Vorwürfe, die Hamlet gegen Ophelia erhebt, aufschlüsseln und erklären, warum sie problematisch sind:
1. „Gebrechlichkeit, dein Name ist Frau!“
Dieses berühmte Zitat wird oft als Verurteilung der angeborenen Schwäche von Frauen interpretiert. Es ist jedoch wichtig, sich daran zu erinnern, dass sich Hamlet in einem Zustand tiefer Verzweiflung und Trauer befindet. Er projiziert seinen Schmerz auf Ophelia, macht sie für sein eigenes Leid verantwortlich und macht sie zum Sündenbock. Diese Linie spiegelt auch die patriarchalischen gesellschaftlichen Normen zu Shakespeares Zeiten wider, die Frauen als schwächer und weniger rational als Männer ansahen.
2. „Zweifle daran, dass die Sterne Feuer sind;/Zweifle daran, dass sich die Sonne bewegt;/Zweifle daran, dass die Wahrheit ein Lügner ist,/Aber zweifle nie daran, dass ich liebe.“
Hier wirft Hamlet Ophelia vor, an seiner Liebe zu ihr zu zweifeln. Es ist jedoch wichtig, sich daran zu erinnern, dass Ophelia Opfer von Manipulation und Missbrauch ist. Ihr Vater Polonius und ihr Bruder Laertes haben sie angewiesen, den Kontakt zu Hamlet abzubrechen, was wahrscheinlich zu Verwirrung und Kummer bei ihr geführt hat.
3. „Geh in ein Nonnenkloster.“
Dieser Befehl wird oft so interpretiert, dass Hamlet Ophelia dazu drängt, in ein Kloster einzutreten und der Welt zu entsagen. Obwohl dies oberflächlich betrachtet wahr ist, ist es auch ein grausamer und frauenfeindlicher Vorschlag. Er fordert sie im Wesentlichen auf, sich zu verstecken, weil sie eine Gefahr für ihn und seinen eigenen Verstand darstellt.
Schlussfolgerung
Während Hamlet Ophelia bestimmte Übertretungen vorwirft, ist es wichtig, den Kontext seiner Anschuldigungen zu verstehen. Sie haben ihre Wurzeln in seinem eigenen inneren Kampf, den patriarchalischen Vorurteilen der Zeit und seiner Manipulation durch andere. Ophelia ist eher ein Opfer der Umstände als eine Sünderin.