1. Biblische Anspielungen:
- „Daniel kommt zum Gericht“ :Shylocks Verweis auf den biblischen Propheten Daniel spielt auf seine Rolle bei der Traumdeutung und der Urteilsfindung an. Es deutet Shylocks Streben nach einem gerechten Urteil an und spiegelt die moralische Dimension des Stücks wider.
- „Jesu!“ :Antonios Ausruf:„Jesu!“ Wenn er überrascht ist, ruft er den Namen Jesu an und unterstreicht damit die Auseinandersetzung des Stücks mit religiösen Themen und moralischen Konflikten.
2. Klassische Mythologie:
- Jason und das Goldene Vlies :Bassanios Suche nach dem richtigen Sarg bezieht sich auf den griechischen Mythos von Jasons Suche nach dem Goldenen Vlies. Diese Anspielung verleiht der Sargszene ein abenteuerliches Element und symbolisiert das Streben nach Reichtum und Reichtum.
3. Griechische Philosophie:
- „Die Qualität der Barmherzigkeit wird nicht überstrapaziert“ :Portias berühmte Rede über Barmherzigkeit spielt auf das stoische Konzept von „clementia“ oder Barmherzigkeit an. Diese Idee spiegelt sich in der Auseinandersetzung des Stücks mit dem Gleichgewicht zwischen Gerechtigkeit und Barmherzigkeit wider.
4. Römische Geschichte:
- "Das Pfund Fleisch" :Der zentrale Konflikt dreht sich um Shylocks Forderung nach „einem Pfund Fleisch“. Dieses Konzept leitet sich von der „lex talionis“ oder dem Gesetz der Vergeltung im antiken römischen Recht ab und verleiht den rechtlichen Dilemmata des Stücks ein Gefühl historischer Authentizität.
5. Elisabethanische Populärkultur:
- „Es ist nicht alles Gold was glänzt“ :Dieses oft Shakespeare selbst zugeschriebene Sprichwort warnt vor oberflächlichen Urteilen. Es findet Relevanz in der Auseinandersetzung des Stücks mit dem Schein und der Realität, insbesondere in Shylocks Geldverleihpraktiken und der Wahl des Sarges.
6. Literarische Werke:
- „Der Prinz von Marokko“ :Der Verweis auf den Prinzen von Marokko spielt auf Christopher Marlowes Stück „Der Jude von Malta“ an, in dem ein jüdischer Geldverleiher namens Barabas die Hauptrolle spielte. Diese intertextuelle Verbindung bereichert die Darstellung von Shylock und verleiht der Auseinandersetzung mit jüdischen Stereotypen Tiefe.
Durch die Einbeziehung dieser Anspielungen erweitert Shakespeare den Kaufmann von Venedig um literarische, kulturelle und historische Ebenen. Diese Referenzen erweitern den thematischen Umfang des Stücks, bieten Einblicke in die Beweggründe und Konflikte der Charaktere und laden das Publikum ein, sich an umfassenderen moralischen und philosophischen Diskussionen zu beteiligen, die über den unmittelbaren Kontext der Geschichte hinausgehen.