Die Kirby-Bauer-Technik ist eine mikrobiologische Standardmethode zur Bestimmung der Empfindlichkeit von Bakterien gegenüber antimikrobiellen Wirkstoffen. Dabei wird die Zone der Hemmung des Bakterienwachstums um mit Antibiotika imprägnierte Scheiben gemessen, die auf einer mit dem Testorganismus beimpften Agarplatte platziert werden. Hier sind die allgemeinen Schritte der Kirby-Bauer-Technik:
1. Vorbereitung des Inokulums :
- Eine Reinkultur des Testbakterienstamms wird gewonnen und in einem geeigneten Nährmedium gezüchtet, um eine logarithmische Wachstumsphase (Trübung) zu erreichen.
- Die Bakteriensuspension ist auf eine bestimmte Trübung standardisiert, die typischerweise einem McFarland-Trübungsstandard von 0,5 entspricht, um eine konsistente Inokulumdichte sicherzustellen.
2. Inokulation der Agarplatte :
- Für den Test werden sterile Agarplatten mit Mueller-Hinton-Agar oder einem anderen geeigneten Agarmedium verwendet.
- Mit einem sterilen Wattestäbchen wird das standardisierte Inokulum gleichmäßig auf der Oberfläche der Agarplatte verteilt, um einen konfluenten Rasen mit Bakterienwachstum zu erzeugen.
- Die beimpfte Platte lässt man einige Minuten trocknen, um überschüssige Feuchtigkeit aufzunehmen.
3. Anwendung von Antibiotika-Plättchen :
- Mit einer sterilen Pinzette oder einem Scheibenspender werden sterile Antibiotika-Scheiben mit spezifischen Konzentrationen an antimikrobiellen Wirkstoffen in gleichmäßigen Abständen auf die Oberfläche der Agarplatte gelegt.
- Die Scheiben werden sanft gedrückt, um einen guten Kontakt mit der Agaroberfläche zu gewährleisten, ohne die Scheiben zu beschädigen.
4. Inkubation :
- Die beimpfte Platte mit Antibiotika-Scheiben wird bei einer geeigneten Temperatur (normalerweise 35–37 °C) für einen bestimmten Zeitraum (normalerweise 16–24 Stunden) inkubiert, um Bakterienwachstum und die Diffusion antimikrobieller Wirkstoffe zu ermöglichen.
5. Messung von Hemmzonen :
- Nach der Inkubation werden die Platten auf das Vorhandensein von Hemmzonen rund um die Antibiotikascheiben untersucht.
- Mit einem Lineal oder einem digitalen Messschieber wird der Durchmesser jeder Hemmzone in Millimetern gemessen.
- Der Zonendurchmesser gibt die Empfindlichkeit des Testorganismus gegenüber dem spezifischen Antibiotikum an.
6. Interpretation der Ergebnisse :
- Die gemessenen Zonendurchmesser werden mit standardisierten Tabellen oder Richtlinien verglichen, wie sie beispielsweise vom Clinical and Laboratory Standards Institute (CLSI) bereitgestellt werden, um die Anfälligkeit oder Resistenz des Testorganismus gegenüber den getesteten antimikrobiellen Wirkstoffen zu bestimmen.
- Organismen werden basierend auf der Größe der Hemmzonen und etablierten Interpretationskriterien als anfällig, intermediär oder resistent eingestuft.
7. Qualitätskontrolle :
- Um die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Kirby-Bauer-Technik sicherzustellen, werden in jede Testreihe Qualitätskontrollstämme mit bekannten Anfälligkeitsmustern einbezogen, um die Leistung der Methode und der verwendeten Reagenzien zu überwachen.
Es ist wichtig, standardisierte Verfahren zu befolgen und Ergebnisse gemäß etablierter Richtlinien zu interpretieren, um zuverlässige und klinisch relevante Informationen aus Antibiotika-Empfindlichkeitstests nach Kirby-Bauer zu erhalten.