Bei der Aufführung sitzen die balinesischen Männer mit nacktem Oberkörper in konzentrischen Kreisen und werden von zwei Becken spielenden Männern angeführt, die Rücken an Rücken in der Mitte des Kreises sitzen. Alle Tänzer wiegen sich hin und her, ihre Hüften und Köpfe folgen ihrem Beispiel. Während sie sich in einem tranceähnlichen Zustand befinden, singen sie im Rhythmus des gleichzeitig gespielten Gamelans immer wieder das Wort „keh-chack, keh-chack“. Einige der Tänzer, die Affen spielen, betreten die Arena. Sie tragen schwarz-weiß karierte Sarongs, die Affen darstellen. Sie bilden drei Gruppen, von denen jede eine der drei Affenarmeen von Sugriva, dem Affengeneral, repräsentiert.
Die Geschichte von Kecak:
In der Ramayana-Geschichte wurde Dewi Sita, die Frau von Rama, vom lankischen König Rahwana entführt. Rama und sein Bruder Laksamana bitten Sugriwa und seine Affenarmee um Hilfe, um in den Palast von König Rahwana einzudringen und sie zu retten. Bevor er bereit ist zu helfen, bittet Sugriwa Rama, ihm dabei zu helfen, sein Königreich zurückzugewinnen, das von seinem Bruder usurpiert wurde. Rama erklärt sich bereit, Sugriwa zu helfen und gibt Sugriwa als Versprechen seiner Unterstützung seinen Ring. Mit dem Ring als Bestätigung von Ramas Versprechen ruft Sugriwa seine Armee zusammen und beauftragt sie, Dewi Sita zu finden.
Einer von Sugriwas Generälen ist der fähige und einfallsreiche Affe Hanuman. Er führt eine Gruppe Affen von Baum zu Baum auf der Suche nach Dewi Sita und findet sie schließlich im Ashoka-Hain, wo sie von Rahwana gefangen gehalten wird. Hanuman spricht mit Dewi Sita und versichert ihr, dass er da ist, um ihr zu helfen. Rama, Laksamana, Sugriwa sowie der Rest der Affenarmee (einschließlich Hanuman) sind inzwischen in Lanka eingefallen.
An diesem Punkt des Kecak-Tanzes geraten die Männer, die Affen spielen, in Aufregung, und während das Tempo der Gamelan-Musik zunimmt, geraten sie in Raserei. Manche geraten in Trance und werden von Geistern besessen. Die Trance wird unterbrochen, wenn der Tanzleiter einen Kris-Dolch oder Keris über ihren Köpfen schwenkt. Der Kris soll das Einzige sein, was ihre Trance brechen kann.
Kecak heute
Kecak wurde in den 1930er Jahren von einem deutschen Maler namens Walter Spies geschaffen, der sich vom Sanghyang-Ritual inspirieren ließ. Heutzutage wird Kecak in Dörfern auf ganz Bali als Unterhaltungsform für Touristen aufgeführt. Es wird auch in Tempeln während religiöser Zeremonien aufgeführt. Kecak ist eine beliebte Touristenattraktion und wird oft in Freilichttheatern oder Tempeln in Ubud, Kuta und Denpasar aufgeführt.
Kecak ist eine einzigartige und fesselnde Aufführung, die einen Einblick in die Kultur und Traditionen Balis bietet.