Theaterschaffende analysieren Gesten häufig anhand ihrer Position im Körper (z. B. Gesichts-, Hand-, Arm- oder Beingesten) und ihrer Qualität (z. B. schwungvolle, schnelle oder subtile Gesten). Zu den häufigsten Arten von Gesten gehören:
1. Illustrative Gesten: Diese Gesten veranschaulichen oder betonen direkt die gesprochenen Worte. Beispielsweise könnte ein Schauspieler nach oben zeigen, wenn er sich auf den Himmel bezieht, oder eine Greifbewegung machen, um anzudeuten, dass er etwas hält.
2. Nachdrückliche Gesten: Diese Gesten verstärken oder verleihen dem Dialog emotionales Gewicht. Eine geballte Faust könnte beispielsweise Wut oder Entschlossenheit ausdrücken, während eine sanfte Geste mit der offenen Handfläche Verletzlichkeit oder Mitgefühl ausdrücken könnte.
3. Beschreibende Gesten: Diese Gesten liefern zusätzliche Informationen oder Kontext über die Umgebung oder Aktionen der Figur. Beispielsweise könnte ein Schauspieler das Umrühren eines Topfes nachahmen, um das Kochen darzustellen, oder eine Geste in Richtung eines imaginären Objekts machen, um dessen Anwesenheit in der Szene anzuzeigen.
4. Symbolische Gesten: Diese Gesten haben kulturelle, historische oder allgemein anerkannte Bedeutungen. Eine Geste mit dem hochgestreckten Daumen könnte beispielsweise Zustimmung signalisieren, während ein erhobener Mittelfinger Ärger oder Trotz ausdrückt.
5. Emotionale Gesten: Diese Gesten drücken direkt den inneren emotionalen Zustand der Figur aus. Ein Stirnrunzeln, hochgezogene Augenbrauen oder ein Lächeln sind Beispiele für emotionale Gesten.
6. Charakterbestimmende Gesten: Bestimmte Gesten werden zum Synonym für bestimmte Charaktere oder ihre Persönlichkeit. Beispielsweise könnte eine bestimmte Handbewegung oder Körperhaltung immer die Eigenschaften oder die einzigartige Körperlichkeit einer Figur widerspiegeln.
7. Choreografierte Gesten: Bei stark stilisierten oder choreografierten Aufführungen wie Musicals oder tanzlastigen Produktionen können Gesten sorgfältig geplant und ausgeführt werden, um zusammenhängende visuelle Muster oder emotionale Effekte zu erzeugen.
Der effektive Einsatz von Gesten im Theater trägt dazu bei, das Engagement und Verständnis des Publikums für die Charaktere, die Handlung und die Themen, die auf der Bühne vermittelt werden, zu verbessern.