In dieser Szene bereitet Hamlet die Bühne, um Claudius‘ Schuld vor dem gesamten Hof aufzudecken. Das Stück im Stück spiegelt die Ermordung von Hamlets Vater, König Hamlet, wider, und das Publikum ist sich ebenso wie Hamlet der Parallelen voll bewusst. Die Charaktere im Stück verstehen jedoch nicht die wahre Bedeutung der Aufführung.
Insbesondere Claudius ist sich nicht bewusst, dass das Stück darauf abzielt, ihn in eine Falle zu locken. Er hält es für bloße Unterhaltung. Dadurch verstärken seine authentischen Reaktionen auf die Ereignisse des Stücks die dramatische Ironie. Als der Schauspieler, der den Mörder spielt, die Vergiftungsszene nachspielt, ist die entsetzte Reaktion von Claudius offensichtlich. Er springt von seinem Platz auf und fordert ein Ende des Stücks.
An diesem Punkt ist Hamlets Ziel erreicht und Claudius' Schuld wird aufgedeckt. Claudius gelingt jedoch die Flucht, bevor Hamlet ihn zur Rede stellen kann. Das Publikum wird noch stärker in die Komplexität der Handlung vertieft, da es die wahren Beweggründe hinter Hamlets Handlungen und die möglichen Konsequenzen kennt.
Die durch diese dramatische Ironie erzeugte Spannung verleiht dem Stück Tiefe und Faszination. Das Publikum wird zu aktiven Teilnehmern, analysiert den Subtext und antizipiert die nächsten Schritte der Charaktere. Durch den Einsatz dramatischer Ironie steigert Shakespeare die emotionale Wirkung der Geschichte und macht sie zu einem fesselnden und zum Nachdenken anregenden Erlebnis für das Publikum.