* Der Konflikt zwischen Schein und Realität. Lears Tragödie ist zum Teil auf seine Unfähigkeit zurückzuführen, die wahre Natur seiner Töchter zu erkennen. Er ist von ihren Schmeicheleien geblendet und erkennt ihre wahre Gier und Selbstsucht nicht. Dieses Thema wird auch in der Figur von Edmund thematisiert, der seine gefälligen Reden und seine Täuschung nutzt, um an die Macht zu gelangen.
* Die Bedeutung von Liebe und Loyalität. Lears Geschichte ist eine warnende Geschichte darüber, wie wichtig es ist, Liebe und Loyalität über materiellen Reichtum und Macht zu stellen. Lear verlässt seine jüngste Tochter Cordelia, weil sie sich weigert, ihm zu schmeicheln, und dadurch verliert er alles, was im Leben wirklich wertvoll ist.
* Der korrumpierende Einfluss der Macht. Das Stück untersucht den korrumpierenden Einfluss der Macht sowohl auf den Einzelnen als auch auf die Gesellschaft als Ganzes. Lears unkontrollierte Macht macht ihn grausam, tyrannisch und letztendlich selbstzerstörerisch. Auch Albany und Cornwall, zwei von Lears Schwiegersöhnen, werden durch ihre Macht korrumpiert und nutzen sie, um Gräueltaten gegen ihre Feinde zu begehen.
* Die menschliche Fähigkeit zur Vergebung und Erlösung. Trotz des tragischen Endes des Stücks gibt es in König Lear auch Hoffnung auf Erlösung. Cordelia vergibt ihrem Vater seine Grausamkeit und Kent und Albany bleiben ihm auch in seinen dunkelsten Momenten treu. Die Handlungen dieser Charaktere zeigen, dass es selbst inmitten einer Tragödie immer noch Raum für Vergebung und Erlösung gibt.
* Der Konflikt zwischen Gut und Böse. Das Stück präsentiert ein moralisches Universum, in dem Gut und Böse klar definiert und gegensätzlich sind. Charaktere wie Cordelia, Edgar und Kent repräsentieren das Gute, während Charaktere wie Goneril, Regan und Edmund das Böse repräsentieren. Das Stück suggeriert, dass die Mächte des Guten irgendwann über die Mächte des Bösen siegen werden, allerdings erst nach viel Leid und Verlust.