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Wie wird der Tod von Fagin im Buch Oliver Twist gerechtfertigt?

Der Tod von Fagin im Buch „Oliver Twist“ von Charles Dickens wird im Roman nicht als gerechtfertigt dargestellt. Stattdessen wird es als tragisches und unglückliches Ereignis dargestellt, das die harte Realität und die Folgen krimineller Aktivitäten verdeutlicht.

Fagins Tod ereignet sich am Ende des Romans, als er wegen seiner Verbrechen gefangen genommen und zum Tode verurteilt wird. Dazu gehört die Organisation und Führung einer Diebesbande, zu der auch kleine Kinder wie Oliver gehörten. Seine Verurteilung ist das Ergebnis der Beweise, die im Laufe der Geschichte von verschiedenen Charakteren gegen ihn vorgelegt wurden.

Während einige Leser möglicherweise ein Gefühl der Gerechtigkeit oder Vergeltung für Fagins Missetaten verspüren, rechtfertigt Dickens seinen Tod nicht ausdrücklich und stellt ihn nicht als verdienten Ausgang dar. Vielmehr porträtiert er Fagin als einen komplexen Charakter, der sowohl Bösewicht als auch Opfer seiner Umstände ist.

Die Darstellung von Fagins Tod dient mehreren literarischen Zwecken:

1. Erforschung der Moral: Fagins Tod wirft Fragen zu Moral, Bestrafung und dem Wesen der Gerechtigkeit auf. Es fordert den Leser auf, darüber nachzudenken, ob seine Verbrechen die ultimative Bestrafung rechtfertigen, und spiegelt die Spannung zwischen dem Bedürfnis der Gesellschaft nach Recht und Ordnung und der Komplexität der menschlichen Natur wider.

2. Pathos und Empathie: Trotz Fagins moralischen Schwächen ruft Dickens beim Leser immer noch ein Gefühl von Pathos und Empathie hervor. Seine letzten Momente, insbesondere seine Bitte, Oliver ein letztes Mal zu sehen, machen ihn menschlich und verleihen seinem Charakter Tiefe. Dieser emotionale Aspekt seines Todes verleiht der Reaktion des Lesers eine zusätzliche Komplexität.

3. Kritik gesellschaftlicher Ungerechtigkeit: Fagins Tod kann auch als Kommentar zur gesellschaftlichen Ungerechtigkeit und zum Leid ausgegrenzter Menschen gesehen werden. Dickens betont den Einfluss von Armut und gesellschaftlicher Vernachlässigung auf die Entwicklung von Personen wie Fagin und weist darauf hin, dass die Gesellschaft eine gewisse Verantwortung für die Umstände trägt, die zu kriminellem Verhalten führen.

4. Plotauflösung und -abschluss: Fagins Tod bildet den Abschluss der Erzählung, indem er die Handlung des Hauptgegners beendet. Es ermöglicht die Lösung des Konflikts und die Entwicklung der Romanthemen zu einem zufriedenstellenden Abschluss.

Insgesamt wird der Tod von Fagin in „Oliver Twist“ als tragisches Ereignis dargestellt, das komplexe moralische und gesellschaftliche Fragen aufwirft. Auch wenn manche in seiner Bestrafung eine Rechtfertigung finden, ermutigen Dickens‘ Charakterisierungs- und Erzähltechniken den Leser, über einfache Urteile hinauszugehen und den breiteren Kontext der Figur und der Geschichte zu berücksichtigen.

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