1. Polonius' Vortrag über „Worte, Worte, Worte“ (Akt 2, Szene 2)
Polonius, der immer pompöse und pedantische Berater, hält eine lange Rede an seinen Sohn Laertes, in der er die Wichtigkeit einer sorgfältigen Wortwahl betont. Er warnt davor, „zu viel“ oder „zu wenig“ Sprache zu verwenden, und erklärt, dass „die Kürze die Seele des Witzes ist“ und dass „Worte ohne Gedanken niemals in den Himmel kommen“.
Diese Szene ist ein humorvolles Beispiel für Polonius‘ übertriebene Beschäftigung mit der Sprache und verdeutlicht, wie sein Fokus auf die Form oft den Inhalt seiner Botschaft überschattet. Es lässt auch die zentralen Themen des Stücks erahnen:Täuschung und die Macht der Sprache, die Wahrheit zu manipulieren und zu verzerren.
2. Hamlets Konfrontation mit Rosencrantz und Guildenstern (Akt 2, Szene 2)
Hamlet, der den Absichten seiner Freunde zunehmend misstrauisch gegenübersteht, beginnt eine vernichtende Kritik an ihrer leeren Sprache und unaufrichtigen Schmeichelei. Er nennt sie „zwei schelmische und verräterische Schurken“ und wirft ihnen vor, „Worte ohne Substanz“ und „ein oder zwei listige Phrasen“ zu verwenden, um ihn zu täuschen.
Hamlets Ausbruch offenbart seine wachsende Desillusionierung über die Heuchelei und den manipulativen Sprachgebrauch des Gerichts. Er sehnt sich nach Authentizität und Direktheit in der Kommunikation und kontrastiert die Oberflächlichkeit des höfischen Diskurses mit seiner eigenen tiefen und komplexen Innenwelt. Diese Szene unterstreicht die Auseinandersetzung des Stücks mit der Macht der Sprache, die Wahrheit sowohl auszudrücken als auch zu verbergen.
Diese beiden Beispiele zeigen, wie das Thema des Sprachmissbrauchs Hamlet durchdringt. Die Charaktere setzen sich mit dem manipulativen und trügerischen Potenzial von Worten auseinander und stellen ihre Fähigkeit in Frage, echte Bedeutung und Wahrheit zu vermitteln.