Der Mangel an Entscheidungsfreiheit des Prinzen: In vielen Versionen wird der Prinz eher passiv dargestellt. Er verliebt sich aufgrund eines einzigen Tanzes und ihres Aussehens in Aschenputtel, nicht aufgrund ihrer Persönlichkeit oder ihres Charakters. Er sucht sie nicht aktiv auf, sondern verlässt sich darauf, dass der Glasschuh sie findet. Dies kann als enttäuschend angesehen werden, insbesondere im Vergleich zu moderneren Einstellungen, in denen der Prinz eine aktivere Rolle bei der Suche nach Aschenputtel spielt.
Der Fokus auf das Aussehen: Die gesamte Handlung dreht sich um Aschenputtels Verwandlung durch ein magisches Kleid und Glaspantoffeln. Obwohl dies ein klassisches Märchenelement ist, argumentieren einige Kritiker, dass der Fokus auf äußere Schönheit und Oberflächlichkeit enttäuschend wirken kann, insbesondere im Vergleich zu der Möglichkeit einer tieferen, bedeutungsvolleren Beziehung zwischen Aschenputtel und dem Prinzen.
Das Fehlen von Konsequenzen: Aschenputtels Verwandlung ist vorübergehend. Die Geschichte endet damit, dass sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage ist, aber es gibt keine wirkliche Untersuchung der Konsequenzen ihrer Täuschung oder wie sie ihr neues Leben meistern wird. Dies kann als eine enttäuschende Lösung angesehen werden, die den Leser fragt, wie die Geschichte tatsächlich ausgehen wird.
Das magische Ende: Der Rückgriff auf magische Elemente wie die gute Fee und den gläsernen Pantoffel kann als enttäuschende Möglichkeit zur Lösung des Konflikts angesehen werden. Dadurch wird die Anspannung von Aschenputtels Bedürfnis, sich ihr Glück zu verdienen, beseitigt, sodass sich das Ende weniger befriedigend und eher wie eine bequeme Lösung anfühlt.
Ob Sie in Aschenputtel einen Höhepunkt wahrnehmen oder nicht, hängt letztendlich von Ihrer Interpretation der Geschichte und ihrer Themen ab. Einige mögen das märchenhafte Ende als zufriedenstellend empfinden, während es anderen vielleicht an Tiefe und Realismus mangelt.