Quebec ist die Provinz, in der die separatistischen Gefühle in Kanada am stärksten sind. Dies ist auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen, darunter:
* Die Geschichte von Quebec als eigenständige Kolonie und Nation. Quebec wurde im 17. Jahrhundert von französischen Siedlern gegründet und blieb eine überwiegend französischsprachige Provinz, nachdem Kanada 1763 eine britische Kolonie wurde. Dies führte zu einem Gefühl der kulturellen und sprachlichen Identität unter den Quebecois, das bis heute anhält.
* Die Wahrnehmung Quebecs als wirtschaftlich benachteiligt im Vergleich zu anderen Provinzen. Quebec hatte historisch gesehen einen niedrigeren Lebensstandard als andere kanadische Provinzen, was bei vielen Quebecois zu Unmut geführt hat.
* Der Aufstieg der Parti Québécois, einer politischen Partei, die sich für die Unabhängigkeit Quebecs einsetzt. Die Parti Québécois war in Quebec mehrfach an der Macht und hat 1980 und 1995 Referenden über die Unabhängigkeit Quebecs abgehalten. Beide Referenden wurden knapp abgelehnt, zeigten aber, wie stark die Unterstützung des Separatismus in Quebec ist.
Zusätzlich zu diesen Faktoren gibt es in Quebec auch einen kulturellen und sprachlichen Nationalismus, der zu separatistischen Gefühlen beiträgt. Viele Quebecer glauben, dass sie eine einzigartige Kultur und Lebensweise haben, die sich vom Rest Kanadas unterscheidet, und sie möchten diese Kultur schützen und fördern. Dies hat zu dem Wunsch nach größerer politischer Autonomie und für einige zum ultimativen Ziel der Unabhängigkeit geführt.