1. Sprachentwicklung: Die englische Sprache hat seit Shakespeares Ära, also etwa im 16. und 17. Jahrhundert, erhebliche Veränderungen erfahren. Wörter, Grammatik und Rechtschreibkonventionen haben sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt, was zu Unterschieden zwischen Shakespeares Texten und dem modernen Englisch geführt hat. Sein Schreiben spiegelt die Sprache seiner Zeit wider, die von verschiedenen Faktoren wie regionalen Dialekten, Einflüssen aus anderen Sprachen und der sich entwickelnden Natur der englischen Sprache selbst beeinflusst wurde.
2. Mangelnde Standardisierung: Zu Shakespeares Zeiten gab es im Englischen kein einheitliches Rechtschreibsystem. Variationen in der Schreibweise waren häufig und Autoren verwendeten häufig mehrere Schreibweisen für dasselbe Wort. Obwohl Shakespeares Schreibweise nach heutigen Maßstäben nicht immer konsistent war, galt sie für seine Zeit nicht als falsch oder schlecht.
3. Einfluss des Druckens: Die Erfindung des Buchdrucks Mitte des 15. Jahrhunderts hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die Verbreitung von Wissen und Literatur. Allerdings waren die frühen Druckmethoden fehleranfällig und typografische Fehler kamen häufig vor. Einige Unstimmigkeiten in Shakespeares Texten könnten während des Druckvorgangs entstanden sein.
4. Künstlerische Entscheidungen: Shakespeare war für seinen kreativen Sprachgebrauch bekannt und nutzte Stilmittel und Wortspiele, um in seinen Stücken Bedeutung und Wirkung zu vermitteln. Während einige dieser Entscheidungen für moderne Leser unkonventionell oder grammatikalisch falsch erscheinen mögen, handelte es sich wahrscheinlich um bewusste künstlerische Entscheidungen Shakespeares, um bestimmte Effekte oder Emotionen zu vermitteln.
Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass Shakespeares Werke vor über vier Jahrhunderten geschrieben wurden und für das Publikum seiner Zeit bestimmt waren. Wenn Shakespeares Schriften im Kontext seiner Zeit gelesen werden, zeugen sie von meisterhafter Sprache, poetischer Kunstfertigkeit und einem umfassenden Verständnis der menschlichen Natur und Emotionen.