1. Soziale Klassensystem :Das Stück spielt im edwardianischen England des frühen 20. Jahrhunderts, wo ein starres soziales Klassensystem mit einer starken Hierarchie und klaren Grenzen zwischen Oberschicht, Mittelschicht und Unterschicht existierte. Das Verständnis dieser sozialen Struktur ist wichtig, um die Veränderungen zu verstehen, die die Charaktere durchlaufen.
2. Phonetik und Dialektologie :Eliza Doolittle, ein Blumenmädchen, wird von Professor Henry Higgins, einem Phonetikexperten, verwandelt. Higgins glaubt, dass Sprachmuster und Akzente die soziale Klasse und den Hintergrund einer Person verraten. Ein gewisses Verständnis der Phonetik und Dialekte kann dabei helfen, die Methoden von Higgins und ihren Einfluss auf Elizas Transformation zu verstehen.
3. Griechische Mythologie und der Pygmalion-Mythos :Der Titel des Stücks, Pygmalion, spielt auf den griechischen Mythos von Pygmalion an, einem Bildhauer, der sich in seine Schöpfung, eine zum Leben erweckte Statue, verliebt. Dieser Mythos beleuchtet Themen wie Schöpfung, Transformation und die Beziehung zwischen Kunst und Realität, die für Shaws Stück relevant sind.
4. Gesellschaftskritik und Klassenbewusstsein :Shaws Stück dient als Kritik an den klassenbasierten Vorurteilen der viktorianischen Gesellschaft, der Oberflächlichkeit sozialer Konventionen und der starren Moral, die das Verhalten der Oberschicht bestimmte. Wenn man diese gesellschaftliche Kritik versteht, kann man tiefer in die Themen und Botschaften des Stücks eintauchen.
5. Feminismus und Frauenrechte :Das Stück präsentiert Elizas Reise als eine Erzählung von Ermächtigung und Selbstfindung. Shaw war für seine Unterstützung der Frauenrechte und feministischen Ideale bekannt. Die Vertrautheit mit diesen Ansichten kann Einblicke in Elizas Transformation und ihre entstehende Stimme geben.
6. Dramatische Konventionen :„Pygmalion“ wird als „Romanze in fünf Akten“ präsentiert und lässt sich von den traditionellen komödiantischen Strukturen der Zeit inspirieren. Eine gewisse Vertrautheit mit diesen Konventionen, wie z. B. Charakterarchetypen, falschen Identitäten und durch Liebe gelösten Konflikten, wird das Verständnis und die Wertschätzung des Stücks verbessern.
Mit diesem Wissen kann das Publikum in die tieferen Bedeutungen und Nuancen von George Bernard Shaws „Pygmalion“ eintauchen und so eine umfassendere und aufschlussreichere Interpretation des Stücks ermöglichen.