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Was ist der soziale und historische Kontext von Frankenstein?

Mary Shelleys „Frankenstein“ aus dem Jahr 1818 entstand aus einem komplexen Geflecht sozialer und historischer Einflüsse. Hier sind einige wichtige Aspekte seines Kontexts:

1. Aufklärung und Romantik:

* Erleuchtung: Im 18. Jahrhundert kam es zu einem Aufschwung des wissenschaftlichen Fortschritts und des Glaubens an die Fähigkeit der menschlichen Vernunft, die Natur zu verstehen und zu kontrollieren. Dieser Glaube spiegelt sich in Victor Frankensteins Ehrgeiz und der wissenschaftlichen Hybris wider, die zu seiner Schöpfung führte.

* Romantik: Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert kam es auch zu einem Aufschwung der Romantik, die Emotionen, Vorstellungskraft und das Erhabene betonte. Dies zeigt sich in der Auseinandersetzung des Romans mit der dunklen Seite der menschlichen Natur, der Kraft der Natur und den überwältigenden Emotionen, die die Charaktere erleben.

2. Die industrielle Revolution:

* Die rasanten technologischen und industriellen Veränderungen der damaligen Zeit führten zu gesellschaftlichen Unruhen und Fortschrittsängsten. Die Themen des Romans, der unkontrollierte Ehrgeiz und die unbeabsichtigten Folgen des technologischen Fortschritts, spiegeln diese Ängste wider.

3. Der Aufstieg der Wissenschaft:

* Im 18. und 19. Jahrhundert gab es enorme wissenschaftliche Fortschritte, insbesondere auf dem Gebiet der Elektrizität. Diese Fortschritte schürten die öffentliche Faszination und Angst vor dem Potenzial wissenschaftlicher Durchbrüche, die der Menschheit sowohl nützen als auch schaden könnten. Dies spiegelt sich in Frankensteins Einsatz von Elektrizität wider, um die Kreatur zu animieren.

4. Die gotische Tradition:

* Der Roman orientiert sich stark am Gothic-Genre, das im späten 18. Jahrhundert entstand und sich mit Themen wie Horror, Übernatürlichem und der dunklen Seite der menschlichen Natur beschäftigte. *Frankenstein* nutzt Elemente dieser Tradition und schafft eine gruselige und beunruhigende Atmosphäre.

5. Soziale und politische Veränderungen:

* Die Französische Revolution (1789–1799) und die Napoleonischen Kriege (1803–1815) schufen in ganz Europa ein Klima politischer und sozialer Unruhen. Diese Ereignisse beeinflussten die Themen des Romans:soziale Isolation, Entfremdung und die Gefahren unkontrollierter Macht.

6. Persönlicher Kontext:

* Mary Shelleys eigenes Leben war voller persönlicher Tragödien. Ihre Mutter starb kurz nach ihrer Geburt und ihr Vater, William Godwin, war ein prominenter radikaler Denker, der wegen seiner Ansichten verfolgt wurde. Diese persönlichen Erfahrungen trugen wahrscheinlich dazu bei, dass sie sich im Roman mit Themen wie Verlassenheit, Isolation und der Suche nach Identität auseinandersetzte.

Zusammenfassend spiegelt *Frankenstein* die Ängste und intellektuellen Trends seiner Zeit wider. Es erforscht die Schattenseiten des menschlichen Ehrgeizes, die unbeabsichtigten Folgen des wissenschaftlichen Fortschritts und die Kraft der Natur. Seine Themen und Bilder finden auch heute noch beim Publikum Anklang und erinnern uns an die Bedeutung ethischer Überlegungen für den wissenschaftlichen Fortschritt und an die dauerhafte Kraft der menschlichen Vorstellungskraft.

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